1. Karlo Clever

Feuerwehr: Die roten Retter im Wattenmeer

Feuerwehr : Die roten Retter im Wattenmeer

Eine Wanderung im Nordsee-Watt ist spannend und einzigartig. Aber was passiert, wenn das Wasser schneller zurück kommt als gedacht? Dann kommen die Feuerwehr-Rettungswagen.

Hier ist ja gar kein Wasser! Wer in der Nordsee baden möchte, sollte vorher auf einen Gezeiten-Kalender gucken. Denn dort herrschen Ebbe und Flut. Bei Ebbe ist das Baden schwierig. Das Wasser zieht sich zurück und die Nordsee sieht aus wie eine große nasse Wüste. Das, was man da sieht, wird Watt genannt.

Auch im Watt kann man viele tolle Dinge machen: Spazieren gehen, Reiten, im Schlick spielen oder sogar zu einer Insel wandern. Allerdings sollte man im Watt nie einfach draufloslaufen. Sonst könnte man von der Flut überrascht werden. „Das Wasser kommt manchmal schneller als man denkt. Das hängt auch mit der Stärke und Richtung des Windes zusammen“, erklärt Stefan Matthäus. Er arbeitet bei der Berufsfeuerwehr Cuxhaven. Die kümmert sich um Menschen, die aus dem Watt gerettet werden müssen.

Was ist ein Unimog?

„Unser Unimog für die Watt-Rettung ist wie ein Rettungswagen ausgestattet“, erklärt Stefan Matthäus. Ein Unimog ist ein spezielles Fahrzeug, das auch über schwierigen Untergrund fahren kann. Zum Beispiel über Schlick und durch Wasser bis zu einer bestimmten Höhe. So werden verletzte oder erschöpfte Menschen aus dem Watt gerettet. „Dazu kommen Personen, die im Schlick stecken geblieben sind“, sagt Herr Matthäus. Dann gibt es noch: „Unfälle mit Kutschen und Reitern, entlaufene Pferde, Personen, die vom Wasser eingeschlossen sind und so weiter“, zählt er auf. Manchmal müssen auch vermisste Menschen gesucht werden.

Im Watt vor Cuxhaven sieht man an verschiedenen Stellen etwas, das aussieht wie ein großer Vogelkäfig auf einer Stange. Das ist eine Rettungsbake. „Auf die Rettungsbaken können sich Personen retten, die nicht mehr durch das Wasser an Land kommen“, erklärt Stefan Matthäus. „Zur Not sind dort auch Signalkörper, mit denen man auf sich aufmerksam machen kann.“ Man schießt dann eine Leuchtkugel in den Himmel. So kann man auch an Land sehen: Da muss jemand gerettet werden. Sehr häufig kommt das aber nicht vor.

„Das Watt ist ein wunderschönes Naturschutzgebiet und gar nicht so gefährlich, wie man nun vielleicht meinen könnte“, sagt Stefan Matthäus. Damit einem nichts passiert, sollte man ein paar Dinge beachten: Man muss wissen, wann das Wasser zurückkommt, welches Wetter der Tag bringt, die richtige Kleidung dabei haben und seine eigenen Kräfte richtig einschätzen. Das Laufen im Watt kann anstrengender sein als an Land. Am sichersten ist es, wenn man sich einer Tour mit einem Wattführer oder einer Wattführerin anschließt. Dabei kann man meist auch viel über das Wattenmeer lernen. (dpa)

(dpa)