1. Karlo Clever

Löwen in Ruanda: Die Raubkatzen sind zurück

Löwen in Ruanda : Die Raubkatzen sind zurück

Nashörner, Elefanten und auch Löwen: Wer an Afrikas Tierwelt denkt, kommt schnell auf diese Tiere. Im Land Ruanda waren sie ausgestorben. Jetzt soll sich ihre Zahl wieder erhöhen.

Der Löwe wird oft König der Tiere genannt. Taucht ein Löwe in einer Geschichte auf, dann heißt das meist: Er besitzt Kraft, Würde und Herrschaft. Eben wie ein König. Doch während Löwen in Filmen und Büchern meist mächtig sind, haben sie es in der Natur oft schwer. Tatsächlich sind sie zunehmend vom Aussterben bedroht.

Auf dem Kontinent Afrika gibt es nur noch rund 20.000 Löwen in der Natur. Die Raubkatzen sind aus vielen Gründen bedroht, aber alle Gründe haben mit den Menschen zu tun. So schrumpft etwa der Lebensraum der Löwen, weil Menschen große Teile davon nutzen. Sie wandeln die Savanne zunehmend um in Wohngebiete oder Ackerland.

Löwenknochen werden verkauft

Außerdem töten Menschen immer wieder Löwen, weil die Raubkatzen ihr Vieh reißen. Hinzu kommen Jäger, die Löwen schießen, um die Knochen zu verkaufen. Die zermahlenen Löwenknochen werden in Teilen von Asien als Medizin benutzt. Einige Menschen dort glauben, das Knochenpulver mache sie stark und mutig.

Heute gibt es nur noch halb so viele Löwen in Afrika wie vor 25 Jahren. In dem kleinen Land Ruanda in Ostafrika waren Löwen vor einiger Zeit sogar ausgestorben. Um das Verschwinden der Löwen in ganz Afrika zu verhindern, versuchen Tierschützer nun alles Mögliche, um die Zahl der Raubkatzen wieder zu erhöhen. Ein erster Schritt dafür war, Löwen zurück nach Ruanda zu bringen.

Für diesen Plan hat das Land Südafrika fünf Löwenweibchen und zwei Männchen gespendet. Im Jahr 2015 zog ein Team aus Tierärzten und Wildhütern los, um die Tiere mit Betäubungspistolen zu fangen. Die schlafenden Löwen wurden in speziell gebauten Containern erst mit dem Flugzeug nach Ruanda geflogen. Dann wurden sie mit einem Lastwagen in den Akagera-Nationalpark gefahren und dort freigelassen.

Seitdem sind sieben Jahre vergangen. Die Löwen haben sich vermehrt! Ihr Rudel zählt nun 43 Tiere und wächst ständig. Die Löwen leben im Akagera-Park zusammen mit Nashörnern, Büffeln, Elefanten, Zebras, Giraffen, Leoparden, Hyänen, Flusspferden und Antilopen.

Wissen, wo die Tiere sind

Ein Team überwacht die Löwen ständig mit digitalen Ortungsgeräten. Das sind Halsbänder mit eingebauten Sendern, die regelmäßige GPS-Signale abgeben. So wissen die Tierschützer immer, wo die Löwen sind. Sie bekommen auch Informationen, was die Löwen jagen und ob sie gesund sind. Auch passen sie auf, dass niemand die Tiere tötet.

Die Tierschützer im Akagera-Park denken bereits darüber nach, bald einige der Löwen in andere afrikanische Länder umzusiedeln. Denn auch woanders gibt es nur noch wenige der Raubkatzen, etwa in Ruandas Nachbarland Uganda. Die Tierschützer haben ein großes Ziel: Der Löwe soll der König der Tiere in ganz Afrika bleiben.

(dpa)