1. Karlo Clever

Juckende Stiche: Die Blutsauger sind unterwegs

Juckende Stiche : Die Blutsauger sind unterwegs

Mücken stören mit ihrem Gesurre und verpassen uns juckende Stiche. Das Eiweiß, das die Weibchen für ihre Eier brauchen, gewinnen sie aus dem Blut von Menschen und Tieren.

Mücken können eine echte Plage sein. Tagsüber ärgern uns ihre juckenden Stiche. Besonders draußen im Grünen und an Seen schwirren sie herum. Nachts rauben sie uns den Schlaf mit ihrem Surren.

Doch dieses unangenehme Geräusch hat seinen Sinn. „Stechmücken surren wegen der Schwingungen ihrer Flügel“, erklärt der Experte Julian Heiermann. „Forschende haben herausgefunden, dass Mücken die Tonlage des Surrens verändern können. So verständigen sie sich mit Artgenossen und anderen Mückenarten.“

Dieses Geräusch nervt uns so, weil uns manche Mücken ständig umfliegen. Sie haben es auf unser Blut abgesehen. Eigentlich ernähren sich Mücken von Pflanzen. Sie saugen vorwiegend Nektar aus Blüten. Doch die Weibchen von Stechmücken brauchen zusätzlich Eiweiß für ihre Eier. Das Eiweiß gewinnen sie aus dem Blut von Menschen und Tieren.

Dazu bohren Stechmücken-Weibchen ihre Mundwerkzeuge in unsere Haut. Während sie dort Blut saugen, geben sie Speichel ab. Darin stecken Stoffe, die verhindern, dass das Blut gerinnt, also fest wird. So kann die Mücke in Ruhe Blut tanken. Außerdem betäubt der Speichel den Stich. Darum merken wir meist erst später, wenn wir gestochen wurden. „Nach der Mückenmahlzeit bekämpft unser Körper die fremden Stoffe in unserem Körper“, erklärt Julian Heiermann. Das juckt dann.

Doch Mücken nerven nicht nur. Sie können auch nützlich sein. Auf der Suche nach Nahrung bestäuben sie einige Blüten. Die Mückenlarven, die sich im Wasser entwickeln, reinigen die Gewässer. Außerdem sind die Insekten ein wichtiger Teil der Nahrungskette. Die Larven werden von Fischen, Molchen und Kröten gefressen. Von den erwachsenen Mücken ernähren sich andere Insekten und auch Spinnen, Vögel, Eidechsen und Fledermäuse. Doch auch, wenn viele Tiere sich Mücken schmecken lassen: Uns können sie trotzdem nerven. Wer sich sehr an Mückenstichen stört, sollte eher lange und dichte Kleidung tragen. Anti-Mücken-Mittel und Mückennetze helfen ebenfalls. Außerdem kann man im Garten Regentonnen abdecken und Untersetzer von Blumentöpfen abtrocknen. Denn dort schlüpfen Mücken häufig.

„Insektenkiller-Lampen hingegen helfen kaum“, stellt der Experte klar. „Stechmücken fallen darauf nicht herein. Stattdessen können seltene und geschützte Insektenarten angelockt und getötet werden.“

(dpa)