1. Karlo Clever

Sandburgen: Der Trick mit dem richtigen Sand

Sandburgen : Der Trick mit dem richtigen Sand

Manchmal ist es nicht so leicht, am Strand eine schöne Burg zu errichten. Oft rutscht alles auseinander. Doch einige Künstler schaffen es, meterhohe Figuren aus Sand zu bauen.

In Warnemünde an der Ostsee haben Künstler eine fantastische Welt aufgebaut. Mit Figuren aus Sand, die fast fünf Meter hoch sind. Zu sehen sind etwa Schiffe, Seeschlangen, U-Boote und jede Menge fantasievolle Wesen. Wie aber haben die Künstler das geschafft? Wer schon mal versucht hat, am Strand eine Sandburg zu bauen, der weiß: Die zerbröselt oft schnell wieder.

„Viele Kinder bauen Burgen am Meer“, sagt Othmar Schiffer-Belz, der sich gut mit Sand auskennt. „Leider halten diese Burgen aber oft nicht sehr gut und nicht sehr lange.“ Das liegt aber nicht daran, dass Kinder ganz anders bauen als die Künstler. Der Sand macht einen wichtigen Unterschied. „Wenn man die Sandkörner an der Nordsee oder Ostsee ganz stark vergrößert, dann sieht man, dass sie eine runde Form haben“, sagt Herr Schiffer-Belz. Denn die ständige Bewegung des Wassers hat die Sandkörner mit der Zeit rundgeschliffen.

Auch Susanne Ruseler aus den Niederlanden ist beim Wettbewerb vertreten. Foto: dpa/Othmar Schiffer-Belz

Wird der Sand mit viel Wasser gemischt, lässt sich zwar auch mit den runden Körnern eine Burg bauen. Doch spätestens, wenn das Wasser verdunstet ist, kullern die Sandkörner wieder auseinander.

Die Künstler in Warnemünde verwenden deshalb für ihre Figuren keinen Sand von der Ostsee. Die Körnchen wurden ihnen stattdessen aus einer Sandgrube nahe Berlin geliefert. „Sie haben eine andere Form“, erklärt Othmar Schiffer-Belz. Die Körner sind eckiger und halten so besser zusammen, wenn man mit ihnen etwas baut. Und dann kommt bei den Künstlern noch etwas hinzu: Sie feuchten den Sand nicht nur an. Sie pressen ihn auch stark zusammen. Danach fangen sie an, den Sandhaufen zu bearbeiten – so wie ein Bildhauer. Sie nehmen immer mehr Sand weg, bis eine Figur entsteht.

„Wenn dabei eine Nase wegbricht, kann man sie aber nicht einfach wieder andrücken“, sagt Othmar Schiffer-Belz. Weil der Sand so stark gepresst ist, müssen die Künstler stattdessen wieder neu mit ihrer Figur anfangen. Deshalb ist es für sie sehr ärgerlich, wenn so etwas einmal passiert.

Für immer sind die Figuren trotzdem nicht gemacht, auch wenn sie haltbarer sind als eine Sandburg am Strand. „Natürlich kann es auch sein, dass feine Details einmal leiden, wenn es zum Beispiel einen Hagelschauer oder einen starken Regenguss gibt“, sagt Othmar Schiffer-Belz. Mit der Zeit lösen sich außerdem die eng gepressten Sandkörner nach und nach wieder voneinander. Bis zum 3. November sollen die Figuren aber noch in Warnemünde stehen.