Der Rohstoff Sand : Aus den Flüssen in die Zahnpasta

Manchmal knirscht es. Dann spüren wir Sand etwa unter den Schuhen. Sand liegt aber nicht einfach nur rum. Er ist ein sehr wichtiger Rohstoff und nötig für den Bau etwa von Häusern.

Ohne dass du es bemerkst, begegnest du jeden Tag an vielen Orten Sand. Im Badezimmer zum Beispiel und in der Schule. Denn Sand ist ein wichtiger Rohstoff und damit fast überall. Ganz feiner Sand ist etwa in Zahnpasta und Schminke enthalten. Aber vor allem werden riesige Mengen gebraucht, um Gebäude, Straßen und Brücken zu bauen.

Ein langer Weg

Bevor Sand jedoch auf Baustellen oder in einer Zahnpasta landet, hat er einen langen Weg hinter sich. Alles beginnt in den Bergen. „Sand ist ein Gesteinspulver. Die Steine in den Bergen zerfallen durch Wind, Regen und durch Hitze und Kälte“, erklärt der Wissenschaftler Mario Valdivia Manchego. Er ist Geologe an der Universität Bonn und erforscht Gesteine.

Wenn die Berge langsam zerfallen, gelangen die Steine in Flüsse und Bäche. Die Strömungen tragen sie dann weiter. „Durch die Strömungen stoßen die Steine aneinander. Dabei zerbröseln sie und werden immer kleiner, bis nur noch die kleinsten Teile übrig bleiben: die Minerale“, sagt Herr Valdivia Manchego. Dieser Sand bleibt dann am Ufer eines Flusses, auf dem Grund eines Sees oder im Meer liegen. Von dort kann er gewonnen und abtransportiert werden.

Doch Sand ist nicht immer gleich. „Es gibt verschiedene Sandsorten, und aus denen werden verschiedene Dinge gemacht“, erklärt der Experte. „Man kann zum Beispiel nicht jeden Sand zum Bauen benutzen.“ Gerade der viele Sand in Wüsten eignet sich nicht. Denn zum Bauen müssen die Körner kantig sein, damit sie sich ineinander verhaken und gut aneinanderhaften. Der Sand wird dann auf Baustellen in den Zement gemischt, damit er ihn gut zusammenhält.

Sandwüsten bestehen hauptsächlich aus Quarzsand mit runden Körnern. Mit ihnen lässt sich etwa Glas herstellen. Quarzsand wird auch in Zahnpasta gemischt. „Quarz ist härter als der Schmutz auf unseren Zähnen. Er schleift den Dreck von unseren Zähnen runter und poliert sie“, sagt Herr Valdivia Manchego. Seit einigen Jahren wird Sand aber immer teurer und ist manchmal schwer zu bekommen. Viele Menschen glauben, das ist so, weil der Sand bei uns langsam knapp wird. Tatsächlich gäbe es in Deutschland noch für sehr viele Jahre ausreichend Sand. Allerdings braucht man eine Erlaubnis, um ihn hier abzubauen. Die bekommt man nicht so einfach. Ein Grund ist zum Beispiel, dass es der Umwelt schaden kann.

Hinzu kommt: Auch andere Länder benötigen immer mehr Sand, etwa weil sie riesige Gebäude bauen und ihre Städte wachsen. Deshalb wird Sand teilweise knapp. Das wiederum macht ihn als Rohstoff teurer.

(dpa)