1. Karlo Clever

Debatte um Impfpflicht: Der Piks ist noch freiwillig

Debatte um Impfpflicht : Der Piks ist noch freiwillig

Ob man sich gegen das Coronavirus impfen lässt, kann man in Deutschland frei wählen. Aber immer mehr Menschen stecken sich an. Deshalb fordern einige Fachleute eine Pflicht.

Vieles ist in Corona-Zeiten voll nervig. Darin sind sich wohl die allermeisten Menschen einig. Denn trotz der vielen Einschränkungen wie Abstand, Maskenpflicht oder Online-Unterricht, ist das Virus immer noch da und gefährdet Menschen.

Die Entscheidung ist nicht einfach

Deswegen fordern viele Politikerinnen und Politiker eine Impfpflicht für Erwachsene. Die Entscheidung wäre dann nicht mehr freiwillig. Andere sind dagegen. Für die Impfpflicht wäre ein neues Gesetz nötig. Darüber wurde letzten Mittwoch im Bundestag gesprochen.

 Für ältere Menschen und Kranke kann eine Ansteckung mit dem Coronavirus gefährlich sein. Mit einer Impfpflicht könnte man sie besser schützen. 
Für ältere Menschen und Kranke kann eine Ansteckung mit dem Coronavirus gefährlich sein. Mit einer Impfpflicht könnte man sie besser schützen.  Foto: dpa/Sebastian Willnow

Das sind einige der Gründe, die für und gegen eine Impfpflicht sprechen: Fachleute sagen, nur wenn fast alle geimpft sind, kann die Ausbreitung des Virus gestoppt werden. Unser Alltag könnte dann endlich wieder normaler werden, meint etwa auch der Bundeskanzler. Gleichzeitig wären zudem alte und kranke Menschen besser geschützt. Das ist wichtig, weil eine Ansteckung für sie gefährlicher ist als für jüngere Menschen. Eine Impfpflicht könnte zudem verhindern, dass sich sehr viele Beschäftigte in Krankenhäusern, bei der Polizei und bei der Feuerwehr anstecken. Denn diese Leute werden besonders gebraucht.

Ein Mittelweg: Statt einer Pflicht für alle könnte es eine Pflicht nur für bestimmte Gruppen geben: Zum Beispiel Erwachsene, die älter als 50 Jahre sind. Der Staat würde so bei weniger Leuten ins Leben eingreifen. Für Beschäftigte in etwa Kliniken und Pflegeheimen gilt übrigens bald schon: Sie müssen geimpft sein oder wieder gesund nach einer Ansteckung.

 Nicht alle Menschen finden die aktuelle Corona-Politik gut. Sie wollen auch nicht zum Impfen gezwungen werden.
Nicht alle Menschen finden die aktuelle Corona-Politik gut. Sie wollen auch nicht zum Impfen gezwungen werden. Foto: dpa/Markus Scholz

Was gegen die Impfpflicht spricht: Alle Menschen sollen frei entscheiden können, wie sie mit ihrem Körper umgehen. Der Staat habe nicht das Recht, so etwas vorzuschreiben, meinen Gegner. Manche Fachleute sagen: Das Virus verändert sich immer wieder und wird vielleicht auch harmloser. Dann wäre eine Impfpflicht für alle ein zu starker Eingriff in die Freiheit der Menschen. Auch sei es schwierig, richtig zu kontrollieren, ob sich alle dran halten.

Ob die Pflicht kommen soll oder nicht, darüber werden Politikerinnen und Politiker im Bundestag noch einige Male reden.

(dpa)