1. Karlo Clever

Berlin: Der Mond macht Leben möglich

Berlin : Der Mond macht Leben möglich

Er sorgt für Licht in der Nacht. Auch Ebbe und Flut beeinflusst er stark. Wenn dieser Himmelskörper nicht wäre, sähe es auf unserem Planeten ganz anders aus.

Was für uns selbstverständlich ist, wissen wir oft nicht so richtig zu schätzen. Es ist zum Beispiel völlig normal für uns, dass jeden Morgen die Sonne aufgeht. Ähnlich normal ist es, wenn wir nachts den Mond am Himmel sehen. Doch was wäre eigentlich, wenn es den Mond nicht gäbe?

Der Mond umkreist die Erde und beeinflusst sie. Sein Licht erhellt die Nacht. Auch ist er der Hauptverantwortliche für die Gezeiten. Das heißt: Durch ihn steigt und fällt das Meerwasser bei Ebbe und Flut an den Küsten so stark. Doch das ist längst nicht alles.

Dank Mond gute Bedingungen

„Ohne den Mond gäbe es wahrscheinlich gar kein Leben auf der Erde“, sagt Günther Hasinger. Er ist der Direktor der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Grund ist der: Damit Leben entstehen und sich verändern kann, braucht es Zeit. „Bis sich die erste lebende Zelle auf der Erde entwickelte, dauerte es drei Milliarden Jahre“, erläutert der Experte. Währenddessen hat sich die Umgebung nicht allzu sehr verändert. Auf der Erde herrschen seit echt langer Zeit recht ähnliche Bedingungen. Mond sei Dank! Das war für die Entwicklung von Leben günstig.

Auch auf die Drehung der Erde hat der Mond Einfluss. Derzeit dreht sich unser Planet in 24 Stunden einmal um sich selbst. Der Mond bremst die Erde dabei mit der Schwerkraft seiner Masse. Würde der Mond nicht um die Erde kreisen, würde sich unser Planet wahrscheinlich in acht Stunden um sich selbst drehen – also dreimal so schnell. „Das würde bedeuten, dass auf der Erde Winde mit Geschwindigkeiten von etwa 600 Kilometer pro Stunde herrschten“, erklärt Günther Hasinger. Jedes Leben auf der Erde würde wohl einfach so entwurzelt, von den Beinen geholt und fortgeweht.

Außerdem hält der Mond die Erdachse stabil. So ist die Erde immer ziemlich gleich zur Sonne geneigt. Der Nordpol bleibt immer im Norden und der Südpol immer im Süden. „Ohne Mond würde sich die Erdachse verschieben“, sagt der Fachmann. „Irgendwann würden sich die Polkappen am Äquator befinden.“ Dann würde es dort richtig heiß sein und das Eis würde schmelzen. Wenig später dann könnte sich die Erde schon wieder in eine andere Richtung neigen und sich das Klima erneut krass ändern.

Kurzum: Ohne unseren Mond wäre es auf der Erde ziemlich ungemütlich. Außerdem würden wir uns nachts vielleicht ein bisschen einsam fühlen. Gut zu wissen also, dass der Mond unser ständiger Begleiter ist.

(dpa)