1. Karlo Clever

Interview mit Profi: Braucht man Kraft oder Technik beim Volleyball?

Interview mit Profi : Braucht man Kraft oder Technik beim Volleyball?

Sie schlägt mit aller Kraft auf den Ball. Der fliegt gezielt in eine Ecke. Unerreichbar für die Gegnerin. Beim Volleyball braucht man nicht nur Kraft oder Größe. Auch ein gutes Auge und die Technik sind wichtig. Louisa Lippmann hat das alles.

Sie ist 23 Jahre alt und hat schon drei Mal die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Bald fliegt sie zur Volleyball-Weltmeisterschaft nach Japan.

Dreifache Deutsche Meisterin: Louisa Lippmann.

Was sollte man als Volleyball-Profi können?

Louisa Lippmann: Man muss auf jeden Fall Spaß dabei haben. Ich bin viel unterwegs und trainiere jeden Tag. Da gibt es Phasen, in denen läuft es nicht so gut. Dann brauche ich viel Geduld. Wenn man aber nicht aufgibt, geht es bald wieder aufwärts. Außerdem ist es gut, ein gewisses Ballgefühl mitzubringen. Manche haben eine sehr gute Technik, andere mehr Kraft. Beides lernt man aber mit der Zeit.

Hilft es, 1,90 Meter groß zu sein?

Louisa Lippmann: Ja, vor allem auf meiner Diagonalposition. Auch die Mittelblocker sind meist groß. Genauso wie meine Gegenspieler. Ich muss also nicht nur groß sein, sondern auch hoch springen.

Wie lernt man das?

Louisa Lippmann: Ich habe als Kind viel Leichtathletik gemacht. Das hat mir sehr geholfen, weil ich schon gut springen konnte. Wir trainieren das aber auch. Wir machen Kniebeugen, Ausfallschritte und Sprünge. Das kräftigt die Oberschenkel.

Wann entscheidest du, in welche Ecke der Ball fliegen soll?

Louisa Lippmann: Ich springe hoch. Kurz bevor ich auf den Ball schlage, entscheide ich, wohin er fliegt. Der Trick ist das weiche Sehen. Ich versuche, nicht auf einen bestimmten Punkt zu starren. Stattdessen habe ich aus dem Augenwinkel das Umfeld im Blick. So sehe ich, wo eine Lücke ist.

Spielst du lieber in der Halle oder am Strand?

Louisa Lippmann: Eindeutig in der Halle, da bin ich besser aufgehoben. Im Sand fällt mir das Spielen echt schwer.

Was kann man machen, wenn die Arme nach dem Volleyball wehtun?

Louisa Lippmann: Zähne zusammenbeißen. Da muss man durch, das geht mit der Zeit weg. Genau wie die blauen Flecken. Selbst mir tun nach einer Pause die Arme weh. Deshalb spiele ich gerne mit Stulpen, das ist angenehmer.

(dpa)