Berlin: Besuch in einer Raumstation?

Berlin: Besuch in einer Raumstation?

So stellt man sich eine Raumstation vor. Edelstahl überall. Dicke Belüftungsrohre, die sich unter der Metalldecke entlangschlängeln, daneben Kabelstränge, Düsen für Wasserdampf und überall knallblaue Schläuche mit Ventilverschluss, die spiralförmig bis auf Kopfhöhe herabbaumeln.

Hier zapfen sie ihre Atemluft, die künftigen Mitarbeiter des neuen Hochsicherheitslabors des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Es ist am Dienstag feierlich von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet worden. Es gibt noch zwei andere vergleichbare Labore in Deutschland: das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg und ein Sicherheitsstufe 4-Labor in Marburg in Hessen.

Hochgefährliche Krankheitserreger wie Ebola- oder Lassaviren sollen im Berliner Labor untersucht werden. Die Räume sind komplett abgeschottet. Und sollten irgendwann Terroristen Angriffe mit biologischen Waffen starten — was niemand hofft —, dann sollen auch solche Substanzen in dem Berliner Labor analysiert werden. Die Labormitarbeiter sind besonders geschützt. Sie tragen Vollschutzanzüge und haben ihre eigene Sauerstoffversorgung.

Die Atemluft ist unabhängig von der gefilterten und ständig umgewälzten Raumluft. Immer dort, wo die Mitarbeiter im Labor gerade arbeiten, stöpseln sie sich an einen der blauen Schläuche, der Atemluft in ihre Anzüge pumpt. Damit im Laboralltag keine Pannen passieren, wird die gesamte Technik zunächst einige Monate getestet. Bis Ende dieses Jahres wird das vermutlich dauern. Man will ja schließlich kein Risiko eingehen.

Wenn der Probebetrieb abgeschlossen ist, will man mit weniger gefährlichen Krankheitserregern — in der Sicherheitsstufe 2 — starten. Läuft dabei alles perfekt, geht die Arbeit an den hochgefährlichen Viren los. Dann herrscht Sicherheitsstufe 4.

(red/me)