1. Karlo Clever

München: Berge in Bewegung: Wie Landschaften entstehen

München : Berge in Bewegung: Wie Landschaften entstehen

Sie sind nicht besonders groß und nicht besonders klein. Eine spannende Farbe haben sie auch nicht. Die meisten Wanderer würden an den Steinen, die Claudia Trepmann interessieren, einfach vorbeimarschieren. Doch die Wissenschaftlerin weiß, dass es sich lohnt, ganz genau hinzuschauen: „Steine erzählen uns etwas über die Geschichte der Erde“, sagt die Expertin.

Claudia Trepmann ist Geologin. Geologen beschäftigen sich damit, wie die Erde sich entwickelt hat. Und wie zum Beispiel Berge, Täler und Landschaften entstanden sind - etwa die Alpen. Das ist ein Gebirge, das sich auch im Süden von Deutschland erstreckt. Dort finden Claudia Trepmann und ihre Studenten manchmal Steine, die eine lange Reise hinter sich haben. „Diese Steine lagen mal zehn Kilometer unter der Erdoberfläche“, sagt die Expertin.

Die Steine sind zum Beispiel aus Granit. Das ist ein ganz bestimmtes Gestein. Nach oben kamen diese Steine, weil die Berge sich bewegen. Manchmal nach oben, manchmal nach unten. Und einige auch zur Seite.

Die Alpen zum Beispiel bewegen sich an manchen Stellen nach oben. So, als würden sie wachsen. Experten sagen, sie heben sich. Diese Bewegung geht aber ziemlich langsam. „Das sind meistens nur wenige Millimeter im Jahr“, sagt die Expertin. Um sich zehn Kilometer von unten nach oben zu bewegen, haben die Granit-Steine auch sehr lange gebraucht. Etwa 30 Millionen Jahre!

Manchmal bewegen Berge sich aber auch schneller. Zum Beispiel von oben nach unten. Meist sind es Hitze und Kälte, die den Bergen Beine machen. Etwa die Kälte im Winter oder die Hitze im Sommer. Selbst der härteste Fels kann dadurch Risse bekommen. Und nach vielen Jahren vielleicht als Gesteins-Lawine hinabstürzen - dann bewegt sich der Berg nach unten.

So etwas können Fachleute in der Landschaft manchmal mit bloßem Auge erkennen. Um zu erfahren, wie die Berge vor langer Zeit genau gewachsen sind, reicht das aber nicht. Dazu müssen die Wissenschaftler Steine etwa in ganz feine Scheiben schneiden. Und unter sehr starken Mikroskopen untersuchen. Die Experten hoffen, dass sie dann die Geschichte der Berge und ihre Bewegungen noch besser verstehen.

(dpa)