Ist das Wasser sauber?: Badeseen unter Beobachtung

Ist das Wasser sauber? : Badeseen unter Beobachtung

Einfach drauf losplanschen! Doch Halt, nicht so schnell! Zuerst sollte man schauen, ob man in dem See überhaupt baden darf. Das bestimmen Forscher. Sie prüfen, wie sauber das Wasser ist.

Im Sommer heißt es für viele Leute: auf zum Badesee, hineinhüpfen und abkühlen. Während wir im Wasser planschen oder am Badestrand liegen, haben andere Leute viel zu tun. Dazu gehören zum Beispiel Elke Volkmann und ihre Kollegen vom Gesundheitsamt. Sie überprüfen die Badeseen rund um Düsseldorf, einer Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Elke Volkmann und ihre Kollegen wollen herausfinden, wie sauber das Wasser in den Seen ist. Die Sauberkeit entscheidet darüber, ob man in einem See baden darf oder nicht. Von Mai bis September stehen die Seen unter Beobachtung.

Vor allem im Hochsommer ist das wichtig, wenn es heiß ist und sich das Wasser erwärmt. Dann tummeln sich im Wasser nicht nur viele Schwimmer, sondern auch Bakterien und andere Keime. Diese können sich bei Wärme prima vermehren und uns Menschen krank machen. Zum Beispiel können sie Ausschlag verursachen oder Durchfall.

Regelmäßig fahren die Fachleute deshalb mit einem Boot auf den See hinaus, immer an dieselbe Stelle. Dort nehmen die Experten dann Wasserproben, aus etwa einem Meter Tiefe. Diese Proben werden später im Labor untersucht.

Außerdem machen die Fachleute verschiedene Messungen. Zum Beispiel lassen sie die sogenannte Secchi-Scheibe ins Wasser. Mit ihr messen die Experten die Sichttiefe. Das heißt, sie können herausfinden, wie tief man hinunter sieht. „Die Sichttiefe gibt einen Hinweis darauf, wie sauber das Wasser ist“, erklärt Elke Volkmann. Dazu wird die Scheibe an einem Drahtseil ins Wasser hinunter gelassen. Und zwar so weit, bis man die Scheibe mit ihren schwarzen und weißen Dreiecken nicht mehr sehen kann. Über die Markierungen am Seil können die Forscher dann die Sichttiefe ablesen.

Zusätzlich messen die Fachleute die Temperatur des Wassers. Das ist besonders wichtig. „Wenn sich das Wasser erwärmt, vermehren sich zum Beispiel auch Algen sehr gut. Und das kann das ganze Gefüge im See durcheinanderbringen“, sagt Elke Volkmann. Denn bei der Zersetzung der Pflanzen wird viel Sauerstoff verbraucht. „Und der fehlt dann zum Beispiel den Tieren im See“, erklärt die Fachfrau.

Und dann gibt es noch die Blaualgen. Es sind keine Algen und wirklich blau sind sie auch nicht. Trotzdem werden sie Blaualgen genannt! Dahinter verbergen sich winzige Bakterien, sogenannte Cyano-Bakterien. Diese Bakterien sind immer im See. Zum Problem werden sie erst, wenn sie sich stark vermehren. Das passiert, wenn es heiß ist und sich das Wasser erwärmt. Die Bakterien können einen giftigen Stoff produzieren, der für manche Menschen schädlich sein kann. Nach dem Baden sollte man sich deshalb gut abduschen. So werden die Blaualgen von der Haut gewaschen. Experten raten jedoch, auf das Baden zu verzichten, wenn man im knietiefem Wasser seine Füße nicht mehr sehen kann. Oder wenn blaugrüne Schlieren auf dem Wasser treiben.

Schilder verraten, wo Baden erlaubt ist und wo nicht. Ein blauer Kreis mit einem schwimmenden Männchen darauf bedeutet: Hier ist Schwimmen erlaubt. Ist das Schild rot umrandet und der Schwimmer durchgestrichen, heißt das: Baden verboten!

(dpa)