1. Karlo Clever

Prothesen: Aus der Werkstatt auf die Piste

Prothesen : Aus der Werkstatt auf die Piste

Ein Bein aus Metall und Kunststoff: Behinderte Sportler und Sportlerinnen nutzen oft Prothesen. Der Hersteller Mattes Henning erklärt, wie so ein künstliches Bein gebaut wird.

Auf Skiern oder einem Snowboard über den Schnee flitzen und dabei eine Medaille gewinnen. Das wünschen sich paralympische Sportler und Sportlerinnen in den kommenden Tagen. Athletinnen und Athleten mit einer Behinderung treten seit gestern bei den Paralympischen Winterspielen in Peking an. Auch in den Sportarten Eishockey, Biathlon und weiteren messen sie sich dort.

Viele der Teilnehmenden bei den Paralympics nutzen ein künstliches Bein oder einen künstlichen Arm, also eine Prothese. Einer, der solche Prothesen baut, ist Mattes Henning. Sein Beruf heißt Orthopädietechniker. In der norddeutschen Stadt Hamburg stellt er Prothesen für den Alltag und den Sport her.

Zuerst ein Gipsabdruck

Für eine Beinprothese fertig Mattes Henning zuerst einen Gipsabdruck des Stumpfes an. So wird das Ende des Beines genannt, an das die Prothese gesetzt wird. Mit diesem Abdruck baut er in einer Werkstatt dann eine erste Probe-Prothese. „Da wird geschliffen und geschraubt. Wie in einer richtigen Werkstatt“, sagt er.

Eine Beinprothese besteht aus mehreren Teilen. Der obere Teil der Prothese wird Schaft genannt. In ihm steckt der Beinstumpf. Unter dem Schaft folgt dann die Prothese. Ganz unten sind Füße angebracht. Diese können unterschiedlich aussehen. Das hängt davon ab, für welche Sportart die Prothese sein soll. „Keine Prothese ist gleich. So wie keine Sportart und kein Mensch gleich sind“, sagt Mattes Henning.

Eine Sportprothese besteht meistens aus Carbon. Das ist ein leichtes Material, das besonders stabil ist. Dabei wird eine Sportprothese auch anders gebaut als eine Prothese, die man im Alltag benutzt. „Eine Sportprothese muss viel fester am Bein sitzen. Schließlich muss sie halten, wenn der Sportler rennt. Deshalb sind Sportprothesen manchmal nicht so bequem“, erklärt Mattes Henning. Bei den Paralympics werden Prothesen etwa zum Skifahren und Snowboarden gebraucht. Diese Prothesen haben Füße, die zum Beispiel in einem Skischuh stecken. Weil sie mit Schnee in Berührung kommen, sind sie wasserfest. Sie können auch Kälte gut aushalten.

Bei Problemen zur Stelle

Ihre Prothesen sind für paralympische Sportler und Sportlerinnen das wichtigste Sportgerät. Deshalb fahren auch Orthopädietechniker mit nach Peking. Sie helfen, wenn es Probleme mit den Prothesen gibt. Matthes Henning sagt: „Eine Prothese für einen Sportler zu bauen, der an den Paralympischen Spielen teilnimmt, ist ein Traum von mir. Vielleicht habe ich bei den nächsten Paralympischen Spielen Glück.“

(dpa)