1. Karlo Clever

Schulhündin Nanni: Auf vier Pfoten zum Unterricht

Schulhündin Nanni : Auf vier Pfoten zum Unterricht

Im Klassenzimmer laufen alle langsam und niemand schreit herum. Der Grund: Schulhündin Nanni. Damit es ihr gutgeht, nehmen alle Kinder Rücksicht auf das Tier.

Wenn Hündin Nanni ihr rotes Halstuch trägt, dann ist sie im Dienst. Dann wird sie zur Schulhündin der dritten Klasse in der Grundschule Goldbach im Bundesland Thüringen. Als Schulhündin hat Nanni viele Aufgaben: Sie hört beim Vorlesen zu, sie hilft beim Rechnen – und sie kann sich streicheln lassen.

Fritz erzählt, dass Nanni manchmal auch an den Schulranzen herumschnüffelt. „Weil da was zu Essen drin ist, und weil sie einfach neugierig ist, was wir da so mitgenommen haben.“ Nanni würde aber nie etwas vom Frühstück der Schülerinnen und Schüler mopsen. Sie hat ihr eigenes Frühstück: Quark mit Leckerlis.

Nanni hilft bei vielen Aufgaben

Im Unterricht hilft Nanni bei vielen Aufgaben. Ein Schüler oder eine Schülerin sagt zum Beispiel: „Nanni, bring das Bällchen.“ Dann wählt die Hündin ein zusammengeknülltes Papier aus, nimmt es in die Schnauze und gibt es dem Kind. Auf dem Papier steht dann eine Zahl für ein Rechenspiel. An einem anderen Tag sollte die Klasse zusammengesetzte Wörter bilden. Alle Wörter durften etwas mit Hunden zu tun haben: Hundehütte, Hundeleine, Halsband und so weiter.

Die Hündin mit dem goldgelben Fell kann viele Tricks, etwa auf Befehl der Kinder durch die Beine durchlaufen. Und manchmal macht sie sogar Scherze. Milo erinnert sich: „Einmal hat sie sich im Lernkreis immer tot gestellt und da mussten wir alle lachen.“

Immer wenn Nanni da ist, übernimmt eins der 20 Kinder den Nanni-Dienst. Dieses Kind legt dann Nanni das Halstuch um und stellt Wasser hin. Neben dem Wasser ist die Ruhezone der Hündin. Dort wird sie nicht gestreichelt oder gerufen. Wegen Nanni wird im Klassenzimmer auch nur langsam gelaufen und kein Lärm gemacht.

Einige Kinder in der Klasse haben auch einen eigenen Hund zu Hause. Alle anderen hätten gerne einen. Maya zum Beispiel will einen Dalmatiner. Und Fritz meint: „Wenn ich groß bin, möchte ich gerne einen Dackel haben, mit einem süßen Watschelgang.“

(dpa)