Der Maler Henri Matisse: Auf die Farbe kommt es an

Der Maler Henri Matisse : Auf die Farbe kommt es an

Dass Gemälde bunt sind, ist ja nichts Ungewöhnliches. Oder? Der Maler Henri Matisse benutzte vor über 100 Jahren Farbe auf ganz neue Weise. Damit schockierte er erstmal die Menschen.

Auf Fotografien sieht er sehr ernst aus. Ja, fast ein bisschen streng. Dabei sind seine Gemälde genau das Gegenteil: Sie sind wild und voller Farbe! Henri Matisse gehört zu den berühmtesten Künstlern der Welt. Geboren wurde er vor fast genau 150 Jahren, im Norden des Landes Frankreich.

Berühmt ist seine Kunst vor allem wegen der Farben. Denn Henri Matisse benutzte diese auf eine Art, die damals völlig neu war. „Bei Matisse dreht sich alles um Farbe. Sie ist so wichtig, dass sie gar nicht mehr den Dingen entsprechen muss, die dargestellt werden“, sagt Fachfrau Eva-Maria Schütz. Sie arbeitet in der Kunsthalle Mannheim. Dort beschäftigt sich gerade eine große Ausstellung mit dem Künstler.

Henri Matisse selbst sagte einmal: „Wenn ich Grün verwende, bedeutet dies nicht Gras, wenn ich Blau verwende, bedeutet dies nicht Himmel.“ Stattdessen konnten Berge blau sein, das Meer rosa und Strände leuchtend rot. Auf die Idee mit den Farben kam er während einer Reise nach Südfrankreich.

Dort sah der junge Künstler das Meer und die Sonne, die alles zum Strahlen und Leuchten brachte. Genau das wollte Henri Matisse einfangen. Weil die Farbe für ihn im Vordergrund stand, wurden andere Dinge unwichtiger. Formen zum Beispiel. Die mussten bei ihm möglichst einfach sein. Außerdem gab es für ihn kein richtiges Hell und Dunkel, also keine Schatten.

Im Jahr 1905 zeigte Henri Matisse in seiner ersten großen Ausstellung seine Bilder. Die Besucher waren schockiert: so viele knallige Farben! Sowas hatten sie noch nicht gesehen. Kritiker nannten Henri Matisse und andere Künstler deshalb „die Wilden“. Das war nicht sehr nett gemeint. Trotzdem wurde Henri Matisse weltberühmt.

Als er alt wurde, ließ er sich dann noch mal etwas Neues einfallen. Denn nach einer schweren Krankheit konnte Henri Matisse den Pinsel nicht mehr so lange halten. Er tauschte ihn gegen eine Schere. Mit dieser schnitt er Formen aus buntem Papier aus und gestaltete damit knallbunte Collagen.