1. Karlo Clever

Aachen: Astronauten im Krankenhaus?

Aachen : Astronauten im Krankenhaus?

Die Menschen sehen aus wie Astronauten. Sie tragen Schutzanzüge, die ihren Körper bedecken. Ihr Kopf ist von einem Helm umschlossen. Er ist durchsichtig, damit die Menschen etwas sehen können. Diese Menschen sind in einem Krankenhaus der Stadt Hamburg zu sehen.

Es sind aber keine Astronauten — sondern Ärzte und Pfleger, die in einem besonderen Bereich in dem Krankenhaus arbeiten: einer Isolierstation.

Dieser Bereich ist für Patienten, die sich mit sehr gefährlichen Krankheiten angesteckt haben. In dieser Woche wurde ein Mann in die Isolierstation nach Hamburg gebracht. Er hat sich in dem Land Sierra Leone in Westafrika mit dem gefährlichen Ebola-Virus angesteckt. Ärzte auf der Isolierstation wollen ihm nun helfen, gesund zu werden.

Das Wort isoliert bedeutet: keinen Kontakt haben. „Eine Isolierstation ist komplett nach außen abgeschlossen, von allen Seiten“, erklärt Eduard Stange. Er ist Chefarzt in einer Klinik, die auch eine Isolierstation hat.

Diese Stationen kann man nur durch eine Schleuse betreten. „Die hat zwei Türen: eine zum Zimmer und eine nach außen.“ Wer auf die Station will, geht durch die erste Tür und schließt sie. Dann zieht man den Schutzanzug an. Und dann geht man durch die zweite Tür.

Wer das Zimmer wieder verlässt, stellt sich mit dem Anzug unter eine Dusche. Aus ihr kommt eine Flüssigkeit, die den Anzug keimfrei macht. Das Zimmer ist aber nicht nur durch die Schleuse abgeschlossen. Es darf auch keine Luft einfach aus dem Zimmer nach außen gelangen. Deswegen herrscht im Zimmer Unterdruck. „Das kann man sich so vorstellen: Im Zimmer ist so etwas wie ein großer Staubsauger“, erklärt der Arzt Florian Steiner. „Die Luft im Zimmer wird angesaugt. Bevor sie nach außen gelangt, kommt sie durch einen Filter. Dabei werden alle Viren rausgefiltert.“ Fachleute sagen deshalb: Man muss sich keine Sorgen machen, dass ein gefährliches Virus nach außen gelangt.