1. Karlo Clever

Gemeinsam spielen: Alle gewinnen oder keiner

Gemeinsam spielen : Alle gewinnen oder keiner

Egal ob mit Karten, auf dem Brett oder auf der Wiese: Meistens spielt man gegeneinander. Aber es geht auch anders! Bei einigen Spielen geht es darum, gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Die einen Kinder spielen Fangen, andere kämpfen mit Stöcken gegeneinander. Wer mal andere Kinder genau beobachtet, merkt schnell: Die spielen die ganze Zeit! Tatsächlich sind Menschen die einzigen Lebewesen, die sich Spiele ausdenken. Meistens geht es beim Spielen darum, gegen jemand anderen zu gewinnen. Aber natürlich kann man auch zusammen spielen.

Das geht nicht nur beim Herumtoben, sondern auch bei Brettspielen. Einige Spiele funktionieren so, dass es am Ende nicht den einen Verlierer gibt: Entweder gewinnen alle oder keiner.

Zu solchen Spielen sagt man auch: Sie sind kooperativ. Das heißt, dass man zusammenarbeiten muss, um gegen das Spiel zu gewinnen. Diese kooperativen Spiele sind mittlerweile ziemlich beliebt. Darin lösen die Mitspielenden gemeinsam spannende Rätsel. Sie klären zum Beispiel als Gruppe mysteriöse Detektivfälle auf. Oder sie suchen nach einer geheimen Tür.

Wie Menschen miteinander spielen, erforscht der Wissenschaftler Theo Toppe. Er erklärt: Beim Spielen können wir in Rollen schlüpfen und Dinge ausprobieren. „Das Wichtige ist: Beim Spielen sind Fehler nicht schlimm. Es ist ja nur ein Spiel.“ Man kann beim Spielen richtig kreativ werden und muss keine Angst haben, etwas falsch zu machen.

 Theo Toppe ist Wissenschaftler und erforscht, wie wir Menschen spielen.
Theo Toppe ist Wissenschaftler und erforscht, wie wir Menschen spielen. Foto: dpa/Theo Toppe

Theo Toppe wollte herausfinden, ob wir anders miteinander umgehen, wenn wir miteinander statt gegeneinander spielen. Dafür hat er ein Experiment gestartet: Er hat vier- bis fünfjährige Kinder zwei Murmelspiele spielen lassen. In dem einen Spiel sollten sie gegeneinander spielen. Das andere Spiel war kooperativ.

Auch das Teilen wird gefördert

Das Experiment ging so: Im kooperativen Spiel sollten die Kinder gemeinsam eine Murmel in ein Loch auf dem Spielfeld bewegen. Im anderen Spiel traten die Kinder gegeneinander an. Am Ende der beiden Spiele hat jedes Kind zehn Sticker geschenkt bekommen und wurde gefragt, ob es die Sticker mit einem anderen Kind teilen möchte. „Die Kinder, die das Murmelspiel gemeinsam gespielt haben, waren eher bereit, mit anderen zu teilen“, erklärt Theo Toppe. Das könnte da­ran liegen, dass der Sieg eine gemeinsame Leistung war.

Aber sind kooperative Spiele deshalb die besseren Spiele? Weil am Ende niemand allein traurig ist und man gemeinsam etwas geschafft hat? Theo Toppe sagt: „Es gibt kein besseres oder schlechteres Spielen. Wir lernen bei allen Spielen. Und haben Spaß.“ Deswegen sei spielen so wichtig für Kinder. „Und vielleicht auch Erwachsene.“

(dpa)