Erkelenz-Katzem: Karl der Große und Katzem: Doku-Musical begeistert das Publikum

Erkelenz-Katzem: Karl der Große und Katzem: Doku-Musical begeistert das Publikum

Mit der Uraufführung des Doku-Musicals zu Karl dem Großen im Bürgersaal hatten die Cäcilienchöre Katzem-Lövenich - als da sind: Kinderchor, Vokalgruppe Patchwork, Kirchenchor und Solisten - zu einer Reise in die Vergangenheit der Sagen und Legenden aus dem Nysterbachtal eingeladen.

Aus den in Katzem von Generation zu Generation weiter erzählten Geschichten nahm Chorleiter Theo Schläger die bekannteste Erzählung, und zwar die, wie Katzem zu seinem Namen kam. Er schrieb die Texte und setzte sie in Noten. Zu sehen und zu hören war ein klangvolles und informatives Doku-Musical über die Erzählung „Wie der Name Katzem nach der Sage entstanden ist”.

Die Standing Ovations zum Schluss der Aufführung waren ein verdientes Dankeschön an alle Beteiligten. „Unsere Vorfahren haben nach ihren Wurzeln gesucht, und da sie keine Historiker waren, haben sie Geschichten um Ereignisse herum erdacht und liebevoll ausgeschmückt. Die nennen wir Sagen. Und die Sage von Katzems Namensgebung, wonach Kaiser Karl dem Dörfchen seinen Namen Karlsheim gab, hat unser Chorleiter Theo Schläger in ein Doku-Musical übersetzt, das wir heute aufführen”.

Mit diesen erläuternden Worten hatte Andrea Hülsen, die Vorsitzende der Cäcilien-Chorgemeinschaft Katzem-Lövenich, die Aufführung im Bürgersaal in Katzem eingeleitet. „Auf der Bühne zu stehen, ist ganz einfach schön”. Mit diesem Song eröffnete der Kinderchor mit seinen Solisten frisch und glaubhaft das Bühnenwerk. Die Handlung spielte ausschließlich auf einer Waldlichtung. Authentisch war deshalb die Begrünung durch die Baumschule Thomas Schläger.

Der Komponist, in Katzem geboren und aufgewachsen, hatte verbindende und erklärende Texte immer wieder mit eingeschobenen Liedern der handelnden Einzelpersonen und Gruppen in Kernaussagen auf den Punkt gebracht. Die musikalischen Aussagen wechselten von „alter” zu „neuer” Musik, von Barockklängen bis hin zu Jazz und Popmusik, sämtlich am Keyboard arrangiert und begleitet vom Chorleiter.

Und allen Stilen wurden sowohl die Solisten wie auch die Chorgruppen vollständig gerecht, mehr noch: Sie verkörperten gekonnt ihre musikalischen Aussagen. Die Solisten des Kinderchores (Eva und Sophia Vieten, Nina und Nadja Jörissen, Laura Wölfert, Maya Breitbach) füllten ihre Rollen ebenso fast professionell aus wie die „erwachsenen” Akteure Lea Peerlings (Bauernbursche), Hanna Hoffmann (Mönch), Petra Reiners (Mutter), Lisa Schlipper (deren Tochter) und Jürgen Vieten, der die Hauptrolle als Karl der Große stimmgewaltig und majestätisch verkörperte.

Lena Schlipper hatte als spontan agierendes kleines Mädchen das Publikum ganz auf seiner Seite, als es dem Kaiser spontan einen Blumenstrauß überreichte.

Die drei Erzählerinnen (Laura, Anna und Lisa Schläger) beschrieben sinngebend die fortlaufende Handlung und ihren Gehalt, und Wolfgang Eickmeier formulierte im Epilog noch einmal die „Fragwürdigkeit” des Werkes.

Am Schluss bedankte sich Pastor Franz Josef Semrau auch stellvertretend für die erfreulich zahlreich erschienenen Zuhörer bei allen Akteuren. Beim Verlassen des Bürgersaales meinte eine Besucherin: „Ich hätte es bedauert, wenn ich nicht dabei gewesen wäre.
Schade, dass es nur einmal aufgeführt wird.”

Dem schlossen sich mehrere Besucher übereinstimmend an. Für die Chöre, ihren Chorleiter und Komponisten Theo Schläger war dies eine Anerkennung für die erste Festveranstaltung zum 125-jährigen Jubiläum des Katzemer Kirchenchores und dem 50-jährigen des Kinderchores.