Kreis Heinsberg: „Jugend aktiv“-Gruppe erlebt in Russland unvergessliche Tage

Kreis Heinsberg: „Jugend aktiv“-Gruppe erlebt in Russland unvergessliche Tage

In der Gaststätte Schwarzmanns an der Kempener Straße in Heinsberg trafen sich ­einige vom Verein „Jugend aktiv“ zu einer Nachbesprechung. Die Reisegruppe war zu Besuch im russischen Arsamas, rund 450 Kilometer von Moskau und rund 2800 Kilometer von Heinsberg entfernt.

Erst der Flug bis Moskau, dann folgte eine fast siebenstündige Busfahrt bis zum Ziel. „Wir saßen teilweise auf unseren Koffern“, berichtete Delegationsleiter Anton Maier lachend. Vor Ort gab es aber einen sehr herzlichen Empfang für die deutschen Gäste. Auch die Zeitung berichtete über die Ankunft der Freunde. Seit vielen Jahren besteht zwischen Arsamas und dem Kreis Heinsberg ein Jugendabkommen, gegenseitige Besuche haben Freundschaften entstehen lassen.

Besonders die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren aus dem Kreis Heinsberg beschrieben jetzt unvergessliche Reisetage. Sie hatten in Arsamas schon gestaunt, wurden sie doch überall als VIPs begrüßt. „Die Leute waren alle sehr nett“, beschrieb Christian van den Berg aus Heinsberg seine Ein­drücke. Den Jugendlichen hatten es die riesigen 100-Rubel-Scheine angetan, die jedoch umgerechnet nur einen Wert von rund 2,50 Euro haben.

Und die deutschen Gäste hatten sich über die Verlegung der Wasserleitungen im Hochformat — wie ein Viereck über die Straßen hinweg — gewundert. Sie erkundigten sich, und die Erklärung war einleuchtend: Im tiefen harten russischen Winter gefriert das Wasser in den Leitungen. So können zugefrorene Leitungen schneller — unter anderem mit Bunsenbrennern — aufgetaut werden.

Alle waren sich einig: Sie würden gleich wieder hinfliegen und auch die lange Busfahrt über holprige Straßen in Kauf nehmen.

Viele Aktivitäten gab es in Arsamas, die russischen Freunde hatten ein buntes Programm zusammengestellt. „Bei einem Treffen mit den russischen Jugendlichen wurde auch gesungen. Spontan sangen wir ,Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne‘, und selbst die russischen Jugendlichen sangen mit, wir hatten nicht hier nur Riesenspaß“, blickte Andreas Schöler aus Hontem mit leuchtenden Augen zurück. Tobias Winkens aus Obspringen sah die Jugendlichen als kleine Botschafter an.

Natürlich erkannten sie, dass die Bevölkerung vor allem auf dem Land nicht so komfortabel wohnt wie im Westen, aber sie hatten auch den Eindruck von einer sehr zufriedenen Bevölkerung. Und sie erlebten eine sportliche russische Jugend, denn in Russland werden die Jugendlichen sportlich mehr gefördert als in Deutschland — die Fitness der gleichaltrigen Freunde war schon beeindruckend.

Vom 20. bis 27. Oktober findet in Heinsberg eine internationale Jugendbegegnung unter dem Motto „Musik baut Brücken“ statt. Jugendliche Musikerinnen und Musiker aus Arsamas werden erwartet. Der Verein „Jugend aktiv“ hat in der Jugendmusikschule Heinsberg einen würdigen Partner gefunden.

(agsb)
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