Aachen: Jeder Bürger kann helfen, Raser zu stoppen

Aachen: Jeder Bürger kann helfen, Raser zu stoppen

Die Bilanz ist bitter - und jeder kann und soll jetzt helfen, dem „Killer Nummer eins” auch auf den Straßen der Städteregion Einhalt zu gebieten: Seit Jahresbeginn sind im Dreiländereck acht Menschen infolge überhöhter Geschwindigkeit ums Leben gekommen, berichtet die Aachener Polizei - doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.

Die Ordnungshüter bitten die Bürger zwischen Baesweiler und Monschau deshalb jetzt um ihre Unterstützung, um die beängstigende Entwicklung zu stoppen. Beim nächsten großen „Blitzmarathon” von Dienstag, 3. Juli, 6 Uhr, bis Mittwoch, 4. Juli, 6 Uhr, soll an den Unfallbrennpunkten in der Städteregion in einer konzertierten Sonderaktion ein engmaschiges Netz ausgeworfen werden, um Rasern Einhalt zu gebieten. Auch die Radarwagen der benachbarten Dienststellen aus Belgien und den Niederlanden sind an der Maßnahme beteiligt.

Aber nicht nur das: Die Polizei bittet die Bürger, ihre „ganz persönlichen” Messstellen im Präsidium anzugeben. „Wir wissen, dass es viele Menschen wütend und besorgt macht, dass in ihrer direkten Umgebung viele Autofahrer rücksichtslos fahren und damit das Leben anderer gefährden”, sagt Präsidiumssprecher Karl Völker. Für viele Bürger zählten gerade diese Gefahrenstellen, die sie selbst täglich wahrnähmen. Wer Hinweise geben und dies mit einer kurzen Begründung illustrieren kann - um damit der allgemeinen Sicherheit einen wichtigen Dienst zu erweisen - wird eingeladen, den Geschwindigkeitskontrollen beizuwohnen. „Weniger Opfer sind der Erfolg, den wir anstreben - nicht mehr Knöllchen”, unterstreicht der Polizeisprecher.

Die detaillierte Auswertung der Unfalldaten habe klar ergeben, dass bei einer Geschwindigkeit von 65 km/h acht von zehn Fußgängern, die angefahren werden, zu Tode kommen. Bei Tempo 50 überleben umgekehrt acht von zehn Unfallopfern. Deshalb, so Völker, setzt die Polizei nun auch bei der Bekämpfung von Rasern auf tätige Solidarität und Mithilfe. Denn: „Die aktuelle Entwicklung kann nicht akzeptiert werden und zeigt, dass wir alle unsere Anstrengungen erhöhen müssen.”

Bürger gefragt: Wo wird es oft lebensgefährlich?

Folgende Möglichkeiten können die Bürger nutzen, um ihre persönlichen Messstellen zu melden: Per E-Mail bis Mittwoch, 27. Juni, 6 Uhr, unter blitzmarathon.aachen@polizei.nrw.de oder über Telefon 0241/9577-8555. Diese Hotline ist ausschließlich am Montag, 25. Juni, sowie am Dienstag, jeweils 8 bis 18 Uhr, besetzt.

Neben Vor- und Familiennamen bittet die Polizei um Angabe einer Telefonnummer und eine kurze Begründung.