Kreis Heinsberg: Internationaler Tag der Pflegenden als Zeichen der Wertschätzung

Kreis Heinsberg: Internationaler Tag der Pflegenden als Zeichen der Wertschätzung

Es gibt viele Gründe, warum die Frauen und Männer, die in einem pflegenden Beruf arbeiten, in industrialisierten Gesellschaften nicht die Anerkennung erfahren, die sie und ihr Berufsstand eigentlich verdienen.

Ganz besonders in der Pflege älterer Menschen kämpft der Berufsstand in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer mit einem Imageproblem. Auch und gerade deshalb gibt es den Internationalen Tag der Pflegenden. Im Kreis Heinsberg findet zum zweiten Mal eine Veranstaltung aus diesem Anlass statt: am Dienstag, 12. Mai, ab 15 Uhr in der Aula des Gymnasiums in Hückelhoven an der Dr.-Ruben-Straße.

Der Tag soll als Zeichen der Wertschätzung für die Frauen und Männer dienen, die ihre Arbeit Tag für Tag und Nacht für Nacht in den zahlreichen Alteneinrichtungen im Kreis Heinsberg mit großem Engagement nachgehen. „Wir wollen an diesem Tag nach außen hin zeigen, was wir von morgens bis abends in den verschiedenen Einrichtungen mit den älteren Menschen machen, was wir gerne mit ihnen machen“, sagt Manuela Garbrecht. Sie ist bei den St.-Gereon-Seniorendiensten Brachelen für die Ausbildung verantwortlich und wird, wie im vergangenen Jahr auch, den Tag der Pflegenden in der Hückelhovener Aula moderieren. Und sie fügt bei der Vorstellung des Programms, das am Tag der Pflegenden geboten wird, einen Satz hinzu, der unterstreicht, warum solch eine Veranstaltung wichtig ist: „Ich bin es als Fachkraft satt, erzählen zu müssen, was wir nicht machen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass man als Pflegefachkraft in Kollektivhaftung genommen wird“.

Garbrecht nimmt damit Bezug auf den Gesundheitsreport 2014 der AOK Rheinland/Hamburg, der besonders im Kreis Heinsberg für Wirbel gesorgt hat — und der durch die Bank bei allen Veranstaltern des Tages der Pflegenden noch immer für großen Ärger und für allgemeines Unverständnis gleichermaßen sorgt.

„Darin werden pauschal die Einrichtungen der Altenpflege im Kreis Heinsberg diffamiert“, kommentiert Bernd Bogert, Geschäftsführer der St.-Gereon-Seniorendienste, den Report. Und Gottfried Küppers, Caritas-Geschäftsführer in der Region Heinsberg, stellt klar: „Bei aller Bescheidenheit: Wir machen keine schlechte Pflege in unseren Einrichtungen. Punkt.“

Womit erneut das Imageproblem des Berufsstandes, also die Diskrepanz zwischen der tatsächlich geleisteten Arbeit und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, angesprochen ist. Dieses Bild ins rechte Licht zu rücken einerseits, den Pflegekräften auch nach ­außen hin die Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen für ihre engagierte, oft weit über das geforderte Maß hinausgehende ­Arbeit zusteht, andererseits — auch dafür soll der Tag der Pflegenden dienen. Landrat Stephan Pusch und Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen haben die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen. Erwartet werden 746 Gäste — mehr sind für die Aula nicht zugelassen.

(kalauz)