Kreis Heinsberg: „Interkommunal” macht das Streusalz für alle „preisgünstig”

Kreis Heinsberg: „Interkommunal” macht das Streusalz für alle „preisgünstig”

Als ein „gut gelungenes Beispiel der interkommunalen Zusammenarbeit” kann nach Ansicht von Günter Kapell, dem Leiter des Amtes für Umwelt und Verkehrsplanung beim Kreis Heinsberg, die Streusalzbeschaffung bezeichnet werden. Der Kreis und alle zehn kreisangehörigen Städte und Gemeinden arbeiten in diesem Bereich eng zusammen.

Nachdem diese Zusammenarbeit in Sachen Streusalz im vergangenen Winter erstmals praktiziert worden war, wurde von den Verantwortlichen der Kommunen auch mit Blick auf den kommenden Winter die gemeinsame Salzbeschaffung weiterhin als sinnvoll erachtet; zumal die Haushaltslage bekanntlich angespannt ist. Ein besonderer Dank ging an die Initiatoren der Einkaufsgemeinschaft: an Bernhard Heuter, den Leiter des städtischen Bauhofes in Heinsberg, und an Guido Domsel, den Leiter der Kreisstraßenmeisterei.

Drei verschiedene Firmen hatten den Kommunen im Frühjahr ihre Konzepte präsentiert. Dabei ging es einerseits um die Preise. Andererseits aber auch um die Absicherung der Kommunen für den Fall, dass Salz wieder knapp werden sollte. Die Kommunen als Straßenbaulastträger müssen bei Schnee und Eisglätte räumen und streuen. Die Verknappung von Streusalz führte im vergangenen Winter zu Preisanstiegen auf über 200 Euro pro Tonne - falls überhaupt noch etwas zu erhalten war.

Nach Angaben von Kapell wurde für 2011/2012 eine vertragliche Lösung (mit einer Firma aus dem Raum Koblenz) gefunden, die „preisgünstig” sei. So zahlten die Kommunen 62 Euro netto pro Tonne für lose im Kipper angeliefertes Streusalz. Rund 2000 Tonnen wurden im Sommer bezogen, um die Depots aufzufüllen. Kapell zeigte sich davon überzeugt, dass rund zehn Euro pro Tonne mehr zu zahlen gewesen wären, würde es die Einkaufsgemeinschaft nicht geben. Für den Winter sind weitere 2275 Tonnen von der Lieferfirma vertraglich zugesichert worden - zum Preis von 76 Euro pro Tonne. Und sollte diese Menge nicht ausreichen, können weitere 500 Tonnen zu einem Aufpreis von zwölf Euro pro Tonne nachgeordert werden. Sollte die Firma nicht fristgerecht liefern können, dürften die Kommunen Deckungskäufe bei anderen Lieferanten tätigen, wobei die Mehrkosten der kommunale Vertragspartner übernehmen müsste.

„Minimiert” werden solle das Risiko, dass es zu einem Streusalzengpass kommt, so Kapell. Auch wenn es immer ein „Restrisiko” geben werde, wie er mit Blick auf ­einen „sehr, sehr strengen” Winter, wenn es monatelang Schnee und Eis geben sollte, einräumte.

Im Gegenzug haben sich die Kommunen verpflichtet, 80 Prozent der Winterbezugsmenge, also 1820 Tonnen, auf jeden Fall abzunehmen. Sollte es einen sehr milden Winter geben und das Salz nicht benötigt werden, wird es bei der Vertragsfirma eingelagert und steht den Kommunen im nächsten Winter zur Verfügung.

Eines ist für Kapell auf jeden Fall klar: Weitere Überlegungen, beispielsweise zum Bau eines teuren Zentralsalzlagers für den Kreis Heinsberg (geschätzte Kosten: rund 300.000 Euro) könnten „vorerst getrost zurückgestellt werden”.

Straßen.NRW: Heinsberg wird Mastermeisterei

Die Straßenmeistereien vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen werden zum bevorstehenden Jahreswechsel zu sogenannten Mastermeistereien zusammengefasst.

Wie die Pressestelle von Straßen.NRW in Gelsenkirchen am Dienstag auf Anfrage bestätigte, werde Heinsberg Sitz einer solchen Mastermeisterei. Die Gebiete der Straßenmeistereien Moers und Nettetal würden ab 1. Januar 2012 mit zum Zuständigkeitsbereich der dann für insgesamt 722 Kilometer Bundes- und Landesstraßen verantwortlich zeichnenden Heinsberger Meisterei gehören; die Standorte vor Ort würden aber erhalten bleiben.

Bei diesen Veränderungen, die Bestandteil einer generellen Umstrukturierung beim Landesbetrieb seien, gehe es um die Leitungsebene. Es werde keine Auswirkungen auf den Betrieb geben, insbesondere auch nicht auf den Winter­­­dienst. Die personelle Entscheidung über die Leitung der Heinsberger Mastermeisterei sei noch nicht gefallen.