Kreis Heinsberg: In heiterer Form: Müll ist Thema des Tages

Kreis Heinsberg: In heiterer Form: Müll ist Thema des Tages

Vier gute Geister machten halt in der Wegberger Flüchtlingsunterkunft in Arsbeck an der Nordstraße. Plastikkobold, Metallgeist, Papiergeist und Glasfee suchten Verbündete im Kampf gegen die wachsenden Müllberge. Und sie wurden fündig. Begeistert halfen Flüchtlingskinder, den Müll auf der Bühne einzusammeln.

Das Umwelt-Theater Unverpackt brachte das interaktive Kindertheaterstück „Pepina und die Müllgeister“ im Begegnungsraum der Flüchtlingsunterkunft auf die provisorische Bühne. Verpackt in eine heitere Geschichte und garniert mit fröhlichen Melodien wurde Müll zum Thema des Tages.

„Das ist auch für uns ein Experiment“, erklärte Friederike Jonas, eine der beiden Darsteller. In Grundschulen und Kindergärten seien sie hauptsächlich zu Gast, um ökologische Themen in witzigen Sketche und spannenden Geschichten aufzugreifen. „Wir spielen zum ersten Mal vor einem Publikum, das unsere Sprache nicht oder nur unzureichend versteht“, hoffte sie, dass schauspielerische Leistung, Zeichensprache, Mimik und Gestik dennoch den Inhalt verständlich machen würden. Das Stück sei ein wenig umgeschrieben worden, denn während sonst das Hauptaugenmerk auf Abfall­vermeidung gelegt werde, gehe es diesmal verstärkt um Mülltrennung.

Die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg hatte in Kooperation mit dem Amt für Umwelt und Verkehrsplanung des Kreises Heinsberg Flüchtlingsfamilien aus der Unterkunft in Arsbeck und aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Petersholz zu zwei Aufführungen eingeladen. Die Stadt Wegberg war mit der Bitte an die VHS herangetreten, sich des Themas Mülltrennung in Flüchtlingsunterkünften anzunehmen.

„Vorträge, Referate oder Seminare erschienen uns nicht das geeignete Mittel — schon aufgrund der Sprachbarrieren“, sagte Sigrid Görtz, Fachbereichsleiterin der VHS. Bei den Überlegungen, das Thema spielerisch aufzugreifen und Kinder anzusprechen, sei schnell das Umwelttheater ins Spiel gekommen. „Glücklicherweise gab es bei uns noch unangetastetes Budget“, freute sich Dirk Küppers vom Amt für Umwelt und Verkehrsplanung des Kreises Heinsberg über fast vollbesetzte Stuhlreihen im Begegnungsraum. Müllvermeidung und Mülltrennung in Flüchtlingsunterkünften seien ein Problem für alle Kommunen, wie der Erfahrungsaustausch zeige, auch wenn der Müll nicht vordringliches Problem sei.

Wortwitz zündete zwar verständlicherweise nur bedingt, aber die Interaktion machte nicht nur den beteiligten Kindern sichtlich Freude. Und an den freundlichen Plastikkobold (Ingo Pauen) mit den quietschgelben Gummi­stiefeln, der so gern in Mülltonnen klettert, werden sich die Theaterbesucher sicherlich gerne erinnern.

(mb)
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