Kreis Heinsberg: In Ferien Computer zum Laufen gebracht

Kreis Heinsberg: In Ferien Computer zum Laufen gebracht

Ferien mal anders: Computer zusammenbauen, HTML-Programmierung lernen und mit „echter“ Bürosoftware arbeiten statt gemütlich auf der Couch zu liegen und die sozialen Medien zu strapazieren. Die Chance, einen ersten Einblick in das Berufsleben zu bekommen, haben in der zweiten Woche der ­Osterferien rund 30 Teilnehmer vom „root camp“ genutzt.

Ein strammes Programm hatte regio iT-Ausbildungsleiter Stephan von Helden für die Jugendlichen vorbereitet. Die Acht- und Neuntklässler der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg, des Carolus-Magnus-Gymnasium in Übach-Palenberg und des Cusanus-Gymnasium in Erkelenz nutzten die Chance und zogen direkt „richtig gut mit“, fand von Helden am Ende der Woche.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: Die MINT-Fächer brauchen angesichts des Fachkräftemangels eine größere Lobby. „Wir müssen Begeisterung für technische Berufe ­wecken“, brachte es von Helden auf den Punkt. Das ist auch eines der Ziele der Landesinitiative „Zukunft durch Innovation“ (zdi), zu deren Netzwerk in Aachen & Kreis Heinsberg der kommunale IT-Dienstleister gehört.

Innovativ auch das Konzept vom „root camp“: drei Tage, drei Standorte und drei Themen mit reichlich praktischen Aufgaben für die Jugendlichen. Am ersten Tag sollte ein in alle Einzelteile zerlegter Computer wieder zusammengebaut werden. Fein säuberlich hatten die regio iT-Mitarbeiter die Komponenten auf dem Tisch verteilt. „Das ist die Festplatte“, war sich Lukas (14) spontan sicher. Offensichtlich hatte seine Gruppe das Innenleben eines Computers schon mal gesehen.

Aber nicht alle: „Wir hatten einige Bastler dabei, aber auch Anwender, die noch nie an einem Computer geschraubt haben“, so von Helden.Kein Problem, schließlich wurden die einzelnen Komponenten erklärt, während der PC zusammengebaut wurde. Das Tagesziel, den Computer zum Laufen zu bringen, erreichten alle. Die Hardware stand, nun musste der Computer aufgesetzt werden. Jede der fünf Gruppen hatte an Tag zwei die Aufgabe, ein Betriebssystem und vier weitere Features zu installieren. „Das macht richtig Spaß“, befand Caroline (14) nach fünf Stunden pannenfreier IT-Arbeit.

Damit war die Voraussetzung für den dritten Tag geschaffen. Nicht surfen, eine lauffähige Webseite selber bauen — dies war die Aufgabe, HTML-Programmierung inklusive. „Das ist schon was anderes, als Kopieren und Einfügen in ein Content-Management-System“, beschrieb von Helden den Kern der Aufgabe. Was für Befehle sind notwendig, damit am Ende Bild und Text auch da auftauchen, wo der Webdesigner sie haben möchte?

Die Ergebnisse wurden zum Abschluss in großer Runde im Gründer- und Service-Zentrum Hückelhoven vor Vertretern des zdi-Netzwerkes Aachen & Kreis Heinsberg, Eltern, Lehrern und Medienvertretern präsentiert. „Wir sind froh darüber, dass unsere Partner und allen voran die regio iT und die hier beteiligten Schulen sich der Thematik der MINT-Förderung mit so viel Engagement widmen. Der Erfolg dieses Projektes zeigt, dass wir mit dem zdi-Netzwerk Aachen & Kreis Heinsberg die richtigen Impulse setzen und unterstützen das root camp daher sehr gerne wieder“, resümierte Michael Schmitz, Koordinator des Netzwerkes bei der Stadt Aachen.

Axel Wahlen, der stellvertretende Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), brachte gleichzeitig die Hoffnung zum Ausdruck, „dass sich möglichst viele weitere Unternehmen im Kreis Heinsberg für vergleichbare kleine und große Projekte begeistern lassen“.

Eine Neuauflage im kommenden Jahr befürwortete auch Stephan von Helden: „Die Jugendlichen waren mit Feuereifer dabei.“ Sollte zudem noch die Begeisterung für einen technischen Beruf geweckt worden sein, „haben wir unser Soll übererfüllt“, zeigte sich von Helden gespannt, ob die eine oder andere Bewerbung eintreffen wird.

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