Inden: Im Schatten des Indemanns entsteht ein Kletterparadies

Inden: Im Schatten des Indemanns entsteht ein Kletterparadies

Die Gemeinde Inden plant, die Goltsteinkuppe mit dem Indemann als Markenzeichen weiter als Touristenmagnet auszubauen. Der Sozial-, Sport- und Kulturausschuss hat sich jetzt festgelegt, dass ein großes Klettergerät für bis zu 50.000 Euro auf dem Spielplatz neben dem Indemann gebaut werden soll.

Den Beschluss dafür hatte der Rat schon im November getroffen. Jetzt stimmte der Fachausschuss einstimmig über das Modell ab, das laut Beschlussvorlage „in der beabsichtigten Größe ein Novum in der Region“ ist.

Zwei Pfosten mit einer Höhe von 6,30 Metern bilden die Mittelpunkte, sie ragen wie Zeltkuppeln in die Luft und sind mit einer begehbaren Brücke verbunden. Die gesamte Kletteranlage hat eine Grundfläche von knapp 28 mal 13 Metern und kostet laut Angebot knapp 45.000 Euro, zuzüglich der Kosten für das Betonfundament.

Weniger spielerisch ist das andere Thema, mit dem sich der Ausschuss beschäftigte. Die Gemeinde Inden hat Probleme, Platz für die Flüchtlinge zu finden, die ihr vom Land zugewiesen werden. Das ist das Ergebnis eines Sachstandsberichtes, den Gisela Wacker vom Sozialamt vorgetragen hat. Inden ist derzeit verantwortlich für 34 Asylsuchende und 14 weitere Personen, bei denen das Asylverfahren abgeschlossen ist, die aber derzeit nicht abgeschoben werden. 14 Männer hat Inden aufgrund der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit der Stadt Linnich in Gevenich untergebracht, weitere Plätze dort gibt es schon seit September nicht. „Alleine in diesem Jahr haben wir zwölf Personen neu zugewiesen bekommen“, sagte Wacker. „Wir rechnen im Verlauf des Jahres sicher noch mal mit 20.“

Zum Zeitpunkt der Sitzung sah es so aus, als wäre die Gemeinde nicht in der Lage, den vermuteten Bedarf zu decken. In den wenigen Tagen seitdem hat sich zumindest eine Perspektive aufgetan. Die besteht aus zwei Wohnungen im Privatbesitz, die die Gemeinde möglicherweise anmieten kann, und der Tatsache, dass Linnich prüfen will, ob das ehemalige Warnamt Welz als Unterkunft dienen könnte. „Wenn das alles klappt, dann hätten wir für den Moment ein paar Reserven“, sagte Wacker. Kommen die Möglichkeiten nicht zustande, dann habe die Gemeinde laut Wacker ein Problem, denn alle Unterbringungsmöglichkeiten sind aktuell erschöpft.

Kosten steigen deutlich

Als Wacker vortrug, wie sich der erwartete Zustrom finanziell auswirken könnte, war Ratlosigkeit in den Gesichtern der Ausschussmitglieder zu erkennen, vor allem mit Blick auf das Ziel, den Haushalt bis zum Jahr 2022 auszugleichen. „Wir rechnen 2015 mit 280.000 Euro an Kosten für Inden“, schilderte Wacker. „Und das, obwohl sich die Zuschüsse vom Land verdoppelt haben.“ Zum Vergleich nannte Wacker die Zahlen aus dem Jahr 2012, als Inden 114.000 Euro aufbringen musste.