Gangelt: Hundesteuer in Gangelt: Erhöhung um durchschnittlich 30 Prozent

Gangelt: Hundesteuer in Gangelt: Erhöhung um durchschnittlich 30 Prozent

Waldi, Purzel und Wotan wird es egal sein, Frauchen und Herrchen nicht: Die neu gefasste Hundesteuersatzung der Gemeinde sieht eine durchschnittliche Erhöhung der Hundesteuer um 30 Prozent vor. Das wurde vom Rat der Gemeinde Gangelt in jüngster Sitzung im Schützenheim Schierwaldenrath gegen die Stimmen der UB-Fraktion beschlossen.

Das Oberverwaltungsgericht hatte sich mit diesen Satzungen beschäftigt und festgestellt, dass sie nicht mehr mit der neuen Rechtssprechung harmonieren. Die neue Gangelter Fassung berücksichtigt nun die verfassungs- und steuerrechtlichen Vorgaben. Zusätzlich ist vor einigen Monaten in der Gemeinde Gangelt eine Zählung der Hunde vorgenommen worden, bei der bei Hausbesuchen rund 200 unangemeldete Hunde angetroffen wurden. Das bedeutet in der Summe, inklusive der Nachbesteuerung für zurückliegende Jahre, eine Mehreinnahme von rund 10.000 Euro, womit die Hundesteuer in diesem Jahr mit insgesamt 42.000 Euro im Haushalt zu Buche schlägt.

Von den 1090 angemeldeten Hunden in der Gemeinde sind ganze sechs „gefährliche”, so genannte Kampfhunde, die sich in der Hand von fünf Besitzern befinden. Hier folgt die Gemeinde Gangelt einer Empfehlung des Städte- und Gemeindebundes, die für diese Tiere das Zehnfache des normalen Steuersatzes fordert.

Die neue Tabelle: Ein Hund kostet zukünftig 54 Euro (zuvor 42 Euro), zwei Hunde 78 Euro pro Hund (60 Euro), drei oder mehr Hunde 96 Euro (72 Euro). Der „gefährliche” Hund kostet 540 Euro (420 Euro), zwei oder mehr von diesen Tieren 780 Euro (600 Euro). Roger Schröder als Vertreter der UB-Fraktion begründete das Nein seiner Partei damit, dass durch die „nachgemeldeten” Hunde das Ertragsziel annähernd erreicht worden sei und man den sozialen Aspekt der Besitzer berücksichtigen wolle. Zudem sei diese Steuer ein Relikt aus dem Mittelalter, gegen das beim Europäischen Gerichtshof eine Klage anhängig sei. Rainer Mansel (SPD) erinnerte, dass - auf seinen Vorschlag hin - beim nächsten Steuerzettel jedem Hundebesitzer eine Rolle Kotbeutel zugestellt wird.