„Klick & Collect“ in der Städteregion: Hoffen auf Umsatz trotz Notbremse

„Klick & Collect“ in der Städteregion : Hoffen auf Umsatz trotz Notbremse

In der Städteregion greift die Notbremse und sie bremst wieder den Handel aus. Denn statt Einzelterminen für Kunden gibt es nun wieder nur die Übergabe der Waren an der Tür. Wir haben bei Händlern in der Region nachgefragt.

„Bei den Kunden, so weiß Ralf Schmitz, Vorsitzender des Gewerbeverbandes Baesweiler, „hat es in den letzten Tage grenzenlose Verwirrung gegeben.“ Der Grund hierfür sind die steigenden Inzidenzwerte in der Städteregion und die damit verbundene Frage, was in Sachen Einkauf in Baesweiler aktuell eigentlich noch möglich ist.

„Klick & Collect“ heißt die Antwort in den beliebten Anglizismen ausgedrückt, was sich konkret für die Kundschaft dahinter verbirgt, erklärt Schmitz so: „Die telefonisch oder online bestellte Ware kann bei uns in den Fachgeschäften abgeholt werden.“

Nach wie vor, so ergänzt Gewerbeverbands-Schriftführer Thomas Pabich, seien die Gewerbetreibenden in Baesweiler präsent, um ihre Kunden zufriedenstellen zu können. Schließlich, so wissen die beiden, sei der Mai einer der umsatzstärksten Monate, besonders, was die Bereiche Textilien oder Schuhe angehe. Zum Sommer hin eine neue Bluse oder ein Hemd, dazu eine schicke Hose und die passenden Schuhe, das seien häufige Kundenwünsche, die trotz der Corona-Regeln nicht unerfüllt bleiben sollen.

Und so ist es zumindest möglich, unter Beachtung der AHA-Regeln und auch ohne einen negativen Corona-Test den Eingangsbereich der Geschäfte zu besuchen, wo die Gewerbetreibenden Tische aufgestellt haben, um bestellte Waren zu übergeben. „Die Türen sind auf und wir machen, was möglich ist“, betont Ralf Schmitz.

Nachdem eine Zeit lang in der „Klick & Meet-Version“ die Geschäfte auch begehbar waren und das Anprobieren von Bekleidung vor Ort möglich war, hat sich das nun in dieser Woche wieder geändert. Die steigenden Corona-Zahlen haben zur Folge, dass die Geschäfte bestellte Ware übergeben dürfen und auch der Weg zur elektronischen Bezahlung bis zur Kasse erlaubt ist.

Außerdem kann die Ware im Eingangsbereich gezeigt werden und die Kunden können sich eine Auswahl, beispielsweise von Hemden, mitnehmen. Oder aber sie nutzen den Lieferservice, den viele Fachgeschäfte anbieten, und lassen sich die Ware nach Hause bringen.

Natürlich, so betont Thomas Pabich, vermissen die Geschäftsleute mehr persönlichen Kontakt zu den Kunden, aber immerhin könne man zu den üblichen Öffnungszeiten für die Kunden da sein. Und das, so hat er festgestellt, sei eine Möglichkeit, die durchaus gut genutzt werde. „Die Kunden rufen an und sagen, was sie möchten. Das ist eine Option, die bei vielen Warengruppen funktionieren kann“, sagt er weiter.

Zudem bestehe bei vielen Geschäften auch die Möglichkeit, sich über die sozialen Kanäle wie Facebook oder Instagram über Angebote zu informieren und diese dann zu bestellen. Denn sei es primäres Ziel des Handels, dass „diese Situation nicht für ewig dauert und wir sobald wie möglich wieder mit negativem Corona-Test Kunden begrüßen können.“

Das gleiche Bild zeigt sich auch in Würselen, wo Manfred Wirtz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Dienstleistung, Handel, Handwerk und Industrie (ARGE) darauf hinweist, „dass die Händler immer für die Kunden da sind.“ Auch wenn das oft harte Arbeit sei, so mache der Handel dies gerne, denn: „Wir kämpfen dafür, dass die Bevölkerung einkaufen kann und wir hoffen, dass sie auch mit uns kämpft, denn es geht nur miteinander.“ Für den ortsansässigen Handel sei diese Unterstützung wichtig, damit die Gewerbetreibenden auch in Zukunft die Bürger zum Beispiel in Vereinen oder bei ehrenamtlichen Aufgaben unterstützen können.

Große Hoffnungen setzt Wirtz auf eine zunehmende Zahl von Geimpften, die dann vielleicht mit Maske und einer App wieder in Würselen einkaufen könnten. Apropos App: Hier weist er auf eine App hin, mit deren Hilfe Händler und Kunden auf dem Laufenden gehalten werden, wie gerade die Inzidenz-Entwicklung in der Städteregion ist und welche Regeln gerade gelten. Diese sind auch in vielen Schaufenstern zu finden, damit die Kunden über Einkaufsmöglichkeiten informiert seien. Dennoch, so räumt er ein, seien am Ende besonders die kleinen Händler die Leidtragenden der vom Bund festgelegten Regeln. „Wir wollen gerettet werden, können uns aber ohne Ladenöffnungen nicht retten“, gibt Wirtz zu bedenken.