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Berlin: Wissenschaft will Verlängerung der Exzellenzinitiative

Berlin : Wissenschaft will Verlängerung der Exzellenzinitiative

Die führenden Wissenschaftsgremien sind für eine Fortführung der Exzellenzinitiative und fordern eine Aufstockung der finanziellen Mittel um über hundert Millionen Euro.

Einige Punkte des Programms zur Förderung der Spitzenforschung müssten „ein wenig nachjustiert” werden, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates (WR), Peter Strohschneider, am Freitag in Berlin. SPD und Grüne begrüßten den Vorstoß, von der Linken kam Kritik.

Gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) legte der Wissenschaftsrat ein Papier mit Eckpunkten zur Weiterentwicklung der Initiative vor. Das bisherige Finanzvolumen von rund 1,9 Milliarden Euro müsse in der nächsten Runde um etwa 20 bis 30 Prozent erhöht werden, forderte DFG-Präsident Matthias Kleiner. Zudem müsse ein „offener Wettbewerb” zwischen Anträgen zur Verlängerung von Förderungen und Neuanträgen gewährleistet sein.

Strohschneider betonte, dass auch Konzepte zur Verbesserung der akademischen Lehre künftig förderfähig sein sollten. Der Wissenschaftsrat hatte erst Anfang der Woche die teils unzumutbaren Zustände in der Uni-Lehre kritisiert. Die Exzellenzinitiative sei jedoch kein Instrument, um die „strukturelle Unterfinanzierung” des deutschen Hochschulsystems auszugleichen, sondern diene der Förderung des „herausragenden Drittels” deutscher Universitäten, stellte Strohschneider klar.

Kleiner und Strohschneider erklärten, die bisherigen zwei Runden der Initiative hätten die Erwartungen zum Teil übertroffen. So hätten sich die Rahmenbedingungen für Spitzenforschung verbessert, es gebe mehr Stellen für junge Wissenschaftler und die deutsche Forschung werde im Ausland stärker wahrgenommen. „Wir hatten lange kein so effektives Instrument zur Entwicklung der deutschen Universitäten”, betonte Strohschneider. Etwa ein Drittel der geförderten Hochschulen könnte seiner Ansicht nach zur „internationalen Spitze aufschließen”.

In der Politik stießen die Forderungen aus der Wissenschaft größtenteils auf Zustimmung. SPD und Grüne unterstützten die Weiterführung der Exzellenzinitiative. Die Vorschläge von WR und DFG seien jedoch nicht mehr als „ein Wunschzettel”, betonte der SPD-Bildungsexperte Jörg Tauss. Bis zur Entscheidung über die genauen Bedingungen einer Fortführung müsse der Evaluationsbericht des Projekts abgewartet werden, der Ende des Jahres vorgelegt werde.

Die Grünen begrüßten insbesondere den Vorschlag, die akademische Lehre in die Exzellenzinitiative zu integrieren. Nicht nur im Labor, sondern auch im Hörsaal müssten Höchstleistungen belohnt werden, betonte der hochschulpolitische Sprecher Kai Gehring.

Unter den Ländern befürworteten Bayern und Baden-Württemberg die Fortsetzung des Exzellenz-Wettbewerbs. Bayerns Bildungsminister Thomas Goppel (CSU) sagte, die Vorschläge seien eine „gute Grundlage” für die kommenden Verhandlungen zwischen Bund und Ländern.

Die Linke lehnte die Fortführung der Initiative dagegen ab, weil damit die „Ungleichheit” zwischen geförderten und nicht geförderten Hochschulen zementiert werde. Stattdessen müsse es einen finanziell besser ausgestatteten Nachfolger des Hochschulpakts geben.