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Aachen: Werkstofftechniker verhelfen Autos zu fünf Sternen

Aachen : Werkstofftechniker verhelfen Autos zu fünf Sternen

Riesige Hochöfen brennen auf Hochtouren in noch riesigeren Fabriken, aus denen dunkle Wolken emporsteigen. Das ist wohl die am häufigsten verbreitete Vorstellung beim Stichwort Stahlindustrie.

Dass aber weitaus mehr dahinter steckt, wissen viele nicht. Diplom-Ingenieure der Metallurgie und Werkstofftechnik beschäftigen sich zum Beispiel auch mit Haifischhaut, Biokeramiken, gewaltigen Stadiondachkonstruktionen oder ultraleichten Autokarosserien und erforschen neue Materialien, um Innovationen möglich zu machen.

In der Region tauschen Stahlexperten seit Donnerstag ihre Erfahrungen untereinander aus. Vor 20 Jahren aus der Taufe gehoben, feiert das Aachener Stahlkolloquium (ASK) einen runden Geburtstag.

Jedes Jahr treffen sich im Eurogress die Stahlexperten Deutschlands und zunehmend auch solche aus anderen Teilen der Welt zum Erfahrungsaustausch.

Neben etwa 250 deutschen Teilnehmern sind bei dem Treffen, das am heutigen Freitag endet, auch Vertreter aus Belgien, Finnland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Russland und der Schweiz vertreten.

Dieses Mal liegt der Schwerpunkt in der Werkstofftechnik. Das Kolloquium steht unter dem Motto ,Zukunft für Stahl - Stahl ist Zukunft und soll damit auf phantasievolle neue Aspekte der Werkstoffentwicklung, -verarbeitung und -anwendung sowie der Forschungsorganisation und -gestaltung eingehen”, sagt Professor Wolfgang Bleck.

So hätten die Werkstofftechniker die neue Klasse der „Advanced High Strength Steels” (moderne hochfeste Stähle) entwickelt, erläutert der Direktor des Instituts für Eisenhüttenkunde an der RWTH.

Bleck: „Diese können die neuen Sicherheitsanforderungen der Crash-Tests im Automobilbau erfüllen und somit modernen Fahrzeugen zur Fünf-Sterne-Bewertung verhelfen.”

Professor Bleck legt jedoch auch kritische Töne an den Tag. Noch halte Europa die Spitzenreiterposition im Stand der Technik, Deutschland habe viele Entwicklungen vorangetrieben, „aber wenn wir nicht mehr investieren”, so Bleck, „verlieren wir diese”.

Metallurgie und Werkstofftechnik, MuW, ist ein ingenieurwissenschaftlicher Studiengang. Er ist sehr stark praxisorientiert. Abitur ist Pflicht, um MuW zu studieren. Die Regelstudienzeit beträgt zehn Semester.

Schülern bietet die RWTH Praktika und Vorlesungen. Interessierte bekommen mehr Infos bei Anja Robert, Tel.0241/8025832, E-Mail: mailto:pr-muw@rwth-aachen.de

Mehr auch im Internet auf http://www.rwth-aachen.de/MuW