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Aachen: Wenn Kalorien und Stimmen zählen

Aachen : Wenn Kalorien und Stimmen zählen

An der Wahlurne darf man keine Zeit verlieren - zumindest, wenn die Schlange vor der Ausgabestelle der Wahlzettel ebenso wächst wie der Hunger vor der nächsten Vorlesung.

Eine Stimme für das Parlament, eine für die Fachschaftsvertretung. So weit, so schlecht, finden zwei Kommilitonen, die sich zusammen in die Holzkabine gedrängt haben, um ihre Stimmzettel auszufüllen. „Das ist alles etwas unübersichtlich, so viele Listen, und man kennt die Namen gar nicht.”

Chili, Studium, IFA, LHG, RCDS, LiLi und proST heißen die Listen zum Beispiel - grün, rot, schwarz und manchmal einfach nur bunt sind die Anschauungen, die sie vertreten.

Martin Pitsch und Enno Lükens, beide 22 und Erstwähler, haben sich Zeit gelassen in der Wahlkabine und die Wahlzeitung in Ruhe studiert. Schließlich gehe es um einiges - NRW-Ticket, die Qualität der Lehre und die Verteilung der Finanzen.

Und um die Hochschul-Bibliothek. „Es müsste einfach mehr Lesesäle geben”, fordert Martin Pitsch, „in den Ferien muss man schon um acht Uhr da sein, um einen Platz zu bekommen.” Ärger kommt bei ihm auf, wenn er spürt, wie die Parteipolitik auf die Hochschulpolitik übergreift: „Das Thema Videoüberwachung interessiert mich an der Uni doch nicht”, meint er mit Blick auf die Wahlkampfthemen der Grünen.

Die Begeisterung für die Wahl teilen offenbar nicht alle. Erst 120 Stimmzettel haben Dragomir Ivanov und die vier weiteren Wahlhelfer im Foyer der Mensa am frühen Nachmittag ausgegeben. „Mit 300 rechne ich heute aber schon”, sagt Student Ivanov, bevor er flott die nächste Matrikelnummer auf seiner Liste durchstreicht.

Auch an seinem Schreibtisch gilt: Keine Zeit verlieren! Die nächste Schlange kommt bestimmt irgendwann.