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Jülich: Wegweisende Kooperation mit Uni Teheran

Jülich : Wegweisende Kooperation mit Uni Teheran

„Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.” Mit diesem Goethe-Wort begrüßte Jülichs Bürgermeister Heinrich Stommel die Kooperation der Fachhochschule Aachen mit der Sharif University of Technology (SUT) Teheran.

Dort startete bereits im Oktober der DeutschIranische Studiengang „Mechanical Engineering”, vergleichbar mit Maschinenbau.

Das wegweisende Projekt stellten Prof. Angelika Merschenz-Quack, Prof. Burghard Müller, die Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel, Dietmar Nietan und Bürgermeister Heinrich Stommel am Donnerstag in der FH Jülich der Öffentlichkeit vor.

„Die SUT ist die bedeutendste technischen Universität im Iran. Sie besitzt eine ähnliche Struktur wie die FH Aachen”, erläutert Prof. Burghard Müller, Prodekan Fachbereich Energie- und Umweltschutztechnik, Kerntechnik, der mit Prof. Alexander Kern die ersten Studierenden vor Ort in Teheran ausgewählt hat.

Allerdings sei die SUT sehr theorielastig. Deshalb sei ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit, das Gewicht auf die Praxis zu verlegen. Die FH Aachen verfüge zudem als eine der wenigen Hochschulen in Deutschland über „Erfahrung mit dem ganzen Programm”, sprich den Abschlüssen Diplom, Bachelor und Master. Gewünscht wird bei diesem Studiengang die deutsche Qualifikation „Diplom”.

Nach einem Besuch des SUT-Präsidenten bei der FH Aachen 1999 folgte im Dezember 2002 die Paraphierung des Partnerschaftsvertrags. Im Mai 2003 wurde der Vertrag unterzeichnet, im Oktober begann der Studiengang, bei dem in einem Praktikum die ersten Grundfertigkeiten der Metallberufe erlernt wurden. Die Vorlesungen in Physik, Mathematik, Technischem Zeichnen und Werkstoffkunde beginnen Ende Januar.

Das Studium enthält unter anderem eine Grundausbildung in der mechanischen Werkstatt, ein Praxissemester und Deutschkurse im Umfang von mindestens 240 Stunden mit Abschluss des Goethe-Instituts.

Zudem muss mindestens die Diplomarbeit beziehungsweise das Praxissemester in Deutschland absolviert werden. 35.000 Euro an Studiengebühren werden fällig.

Bei ihrer Stippvisite im Iran zeigten sich ansässige Firmen sehr interessiert. Ein Unternehmer entschied sich spontan zu einem nächtlichen Firmenbesuch mit der Gruppe. Die SUT selbst äußerte bereits den Wunsch, neben einem Studiengang Mechanical Engineering auch die Studiengänge Electrical, Biomedical, Chemical und Civil Engineering (Bautechnik) einzurichten.

Die „internationale Verständigung” lobte MdB Dietmar Nietan (SPD). Thomas Rachel (CDU-MdB) sieht Jülich als internationale Stadt”. Der neue Studiengang leiste einen guten Beitrag.