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Aachen/Düsseldorf: Universitätskliniken erhalten mehr Autonomie

Aachen/Düsseldorf : Universitätskliniken erhalten mehr Autonomie

Die sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen erhalten mit Jahresbeginn mehr Autonomie und Gestaltungsspielraum. Die Einrichtungen bleiben Anstalten des öffentlichen Rechts, haben aber die Möglichkeit, sich andere Rechtsformen zu wählen, wie Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Freitag in Düsseldorf sagte.

In den Aufsichtsräten übernehme ein externer Sachverständiger den Vorsitz, den bislang das Innovationsministerium innehatte. Zudem erhalten alle Mitglieder des Aufsichtsrats gleiches Stimmrecht.

Bessere Bedingungen für Partnerschaften zwischen Universitätskliniken und privaten Unternehmen ermöglichten, dass schneller gebaut werden könne und dringende Investitionen früher zu realisieren seien. Durch gemeinsame Serviceeinrichtungen, etwa im Dienstleistungsbereich, könnten die Kliniken effizienter wirtschaften. Standortübergreifend könnten gemeinsame Fakultäten gebildet werden. Für hoch qualifizierte Wissenschaftler würden zudem finanzielle Anreize geschaffen, die ihnen einen Verbleib in oder einen Wechsel nach Nordrhein-Westfalen erleichterten.

An den Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster und ihren Medizinischen Fakultäten sowie der Medizinischen Fakultät der Universität Bochum arbeiten rund 30.000 Beschäftigte, darunter 5500 Wissenschaftler. 660 Professoren bilden rund 18.650 Studenten aus. Jedes Jahr werden 250.000 Patienten stationär behandelt. Alle Universitätskliniken zusammen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

Um das vorhandene Potenzial stärker zu fördern und die Profilbildung zu unterstützen, vergibt das Innovationsministerium bis zu sechs forschungsorientierte Schwerpunktprofessuren. Diese werden in den nächsten fünf Jahren mit 19 Millionen Euro gefördert. Die Sieger des Wettbewerbs werden noch im Januar bekanntgegeben.