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Aachen: Überwachung von Schäden an Bauwerken

Aachen : Überwachung von Schäden an Bauwerken

Es sind besonders Autobahnbrücken, Parkhäuser, Wasserbauwerke oder auch Tunnel, an denen durch Feuchtigkeits- und Chloridschäden der Zahn der Zeit nagt.

Oft werden Sanierungen notwendig, und es ist der Wunsch vieler Behörden, möglichst kontinuierlich über den Zustand ihrer Bauwerke informiert zu sein. Nur so können Baustellen geplant und umgesetzt werden, ohne dass es zum Verkehrskollaps kommt.

„Wir haben zur Bauwerküberwachung spezifische Sensorsysteme entwickelt, mit denen Korrosionsvorgänge sowie die aktuelle Feuchteverteilung kontinuierlich gemessen werden können”, erklärt Professor Michael Raupach, Institut für Bauforschung der RWTH Aachen (ibac).

Ein jetzt abgeschlossenes EU-Forschungsprojekt, an dem das ibac beteiligt war, geht hierbei sogar noch einen Schritt weiter: Mit der Entwicklung von Steuerungs-, Datenspeicher- und Datenfernübertragungseinheiten bis hin zur Darstellung des aktuellen Bauwerkszustands im Internet, wird es möglich, einzelne Bauwerke wie Brücken kontinuierlich zu überwachen.

„Intelligentes Bauwerk”

Die Europäische Union förderte das Projekt mit dem klangvollen Namen „Intelligentes Bauwerk” in den letzten vier Jahren mit rund drei Millionen Euro.

Acht Partner aus vier Ländern entwickelten ein Gesamtsystem, das Bauwerke mit Sensoren ausstattet, das so erhaltene Zahlenmaterial in einer Zentrale sammelt und über Internet den Zugriff auf eben diese Daten, die den Zustand eines Bauwerks beschreiben, ermöglicht.

„Unser Testobjekt war die Skovdiget-Brücke in der Nähe von Kopenhagen”, erläutert Raupach. Die rund 30 Jahre alte Autobahnbrücke weist sowohl Frostschäden, durch Streusalz verursachte Chloridschäden als auch so genannte Durchbiegungen an einzelnen Stellen auf.

„Wir brachten an dieser, als ,Sanierungsfall bekannten Brücke rund 100 verschiedene Sensoren an und richteten an einem Brückenpfeiler eine Messstation ein.”

Hier wurde das Datenmaterial gesammelt und ist jetzt als selbst für Laien verständliche Präsentation über das Internet abrufbar. In Graphiken können so beispielsweise die Schwingungen der Brücke bei einer Lkw-Überfahrt beobachtet werden. Zugriff auf solche Daten bekommen die zuständigen Behörden.

Sanierungen planbarer

Wichtig ist Raupach vor allem, dass diese Neuheit sich nicht auf Brücken beschränkt, sondern bei allen Verkehrsbauwerken sinnvoll wäre. „Vor allem da, wo Fahrzeuge das gestreute Salz im Winter verteilen, leiden Bauwerke. Also auch Parkhäuser oder Tunnels.”

Und so baute das ibac auch im RWTH-Parkhaus Eilfschornsteinstraße Sensoren ein und gewährleistet, dass der Zustand dieses Bauwerks kontinuierlich überprüft wird. „Insgesamt geht es darum, das Gesamtsystem zur intelligenten Bauwerksüberwachung bekannter zu machen, um notwendige Sanierungen planbarer zu gestalten.”