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Oxford: U-23-Weltmeisterin Sophia Saller: Spaß mit Triathlon und Mathe

Oxford : U-23-Weltmeisterin Sophia Saller: Spaß mit Triathlon und Mathe

Triathlon-Weltmeisterin, Masterabschluss in Mathematik an der Oxford Universität — Hochgesteckte Lebensziele. Sophia Saller hat sie bereits erreicht und das mit nur 22 Jahren. Von der jungen deutschen Spitzensportlerin wollten wir wissen: Wie ist es als Frau im Leistungssport? Wie sehen die Zukunftspläne aus? Ein Interview mit einem Ausnahmetalent.

Frau Saller, wie bekommen Sie den Leistungssport und Ihr ausgezeichnetes Unileben unter einen Hut? Und finden Sie noch zusätzlich Zeit für Freunde und Partnerschaft?

Saller: Eine gute Frage, die ich mir selbst auch manchmal stelle. Natürlich ist es nicht immer einfach Leistungssport mit der Universität zu vereinbaren, und natürlich habe ich nicht so viel Zeit wie ein „normaler“ Student für Freunde und andere Dinge. Warum mache ich es trotzdem? Sowohl die Mathematik als auch der Sport bereiten mir unheimlich viel Spaß, ich habe eine Leidenschaft für beides und genieße es, beides verbinden zu können. Wenn mir der Sport mal zu viel wird, kann ich mich einfach in die Mathematik zurückziehen, dadurch laufe ich nicht Gefahr, Wettkämpfe oder Trainingseinheiten zu ernst zu nehmen — damit bleibt die Freude am Sport erhalten. Genauso ist es umgekehrt: es tut gut ab und an auch mal regelrecht vor der Mathematik „davonlaufen“ zu können. Das bringt frische Ideen und Gedanken, die mir dann wiederum in der Mathematik helfen.

Was gewichten Sie mehr? Den Sport oder die Uni?

Saller: Auf längere Sicht gesehen wohl die Mathematik. Der Sport hat eine Frist, die ablaufen wird — ihn werde ich ab einem bestimmten Alter nicht auf diesem Niveau betreiben. Doch diese Frist ist es auch, die mich im Moment einen großen Fokus auf den Sport legen lässt. Da ich im letzten Jahr meinen Master abgeschlossen habe und nun an meiner Promotion arbeite, habe ich mehr Freiheiten meine Zeit einzuteilen und mehr Zeit, mich auf den Sport zu fokussieren.

Was sind Ihre Ziele in der Zukunft? Olympia?

Saller: Natürlich ist Olympia ein Ziel meiner sportlichen Karriere — ich glaube, davon träumt jeder Sportler. Aber es ist nicht das einzige, was ich sportlich erreichen will. Mein Hauptziel im Sport ist es, zu sehen, wie weit ich es schaffen kann und wo die Grenzen meines Körpers liegen. In der Mathematik ist dagegen wohl mein Ziel, meine mentalen Grenzen kennenzulernen und hoffentlich in den nächsten Jahren meinen Doktor erfolgreich abzuschließen.

Wie schwer ist die Sponsorensuche? Meinen Sie, es ist schwieriger als Frau Sponsoren zu bekommen?

Saller: Die richtigen Sponsoren zu finden ist immer eine Herausforderung und Glück und Zufall spielen eine große Rolle. Es ist aber meiner Meinung nach im Triathlonsport als Frau nicht schwerer als für die Männer. Ich kann mich nicht beschweren, ich habe tolle Partner, die mir sehr hilfreich zur Seite stehen. Das sah vor ein paar Jahren noch anders aus — als junge Athletin, die noch keine größeren Erfolge vorweisen kann, kann es schon schwer sein, überhaupt irgendeine Unterstützung zu bekommen.