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Jülich: Trauer um einen der Jülicher FH-Väter: Hans-Emil Sturm ist tot

Jülich : Trauer um einen der Jülicher FH-Väter: Hans-Emil Sturm ist tot

Die Gesellschaft der Freunde der Hochschule in Jülich (GFHJ) trauert um Prof. Sturm. Vor kurzem verstarb Prof. Dipl.-Ing. Hans-Emil Sturm, früherer Dekan des Fachbereichs Physikalische Technik in Jülich und Prorektor der FH Aachen im Alter von fast 80 Jahren.

Nach dem Studium der Elektrotechnik an der RWTH Aachen arbeitete er mehrere Jahre in der Industrie im Bereich Anlagenbau und Regelungstechnik. Im Jahre 1969 begann er seine Lehrtätigkeit an der damaligen Ingenieurschule Jülich im Aufgabengebiet Steuerungs- und Regelungstechnik.

Hunderte von Studierenden hat Prof. Sturm in Vorlesungen und Praktika in das Gebiet der Regelungstechnik eingeführt und viele Diplomarbeiten betreut. Sein Interesse galt außerdem der Studienberatung ausländischer Studenten, für die er eine Beratungsstelle aufbaute, die schließlich zur Studienberatung für sämtliche Studierende der Fachhochschule ausgebaut wurde.

Als Dekan des Fachbereichs Physikalische Technik am Standort Jülich der FH Aachen bewirkte er die Schaffung der Studienrichtung Biomedizinische Technik, die im Jahre 1984 eröffnet wurde. Sie war einzigartig in NRW und brachte in kurzer Zeit eine große Zahl von Studierenden nach Jülich, so dass man heute in fast jeder größeren Klinik oder medizintechnischen Firma Absolventen aus Jülich trifft.

1984 wurde er zum Prorektor für Lehre, Studium und Studiumreform der FH Aachen gewählt. Als solcher trug er unter anderem dazu bei, dass weitere neue Studienrichtungen in Jülich entstanden. Viele richtungsweisende Entscheidungen in der Entwicklung der Fachhochschule wurden von ihm geprägt. Für diese Verdienste wurde er von der Fachhochschule zum Ehrensenator ernannt.

Einer neuen Aufgabe im Hochschulbereich widmete er sich nach seiner Pensionierung und der Wiedervereinigung Deutschlands. Er wurde Gründungsdekan der Elektrotechnik an der neu errichteten Fachhochschule Anhalt in Köthen in Sachsen-Anhalt und baute dort in kurzer Zeit einen neuen Fachbereich mit mehreren Studiengängen gemeinsam mit Kollegen der in Köthen vorhandenen Ingenieurhochschule auf, der sehr schnell erfolgreich wurde.