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Aachen: Taktstock für Wiener Philharmoniker schwingen

Aachen : Taktstock für Wiener Philharmoniker schwingen

Man muss kein zweiter Karajan sein, um die Wiener Philharmoniker zu dirigieren, zumindest wenn man dies im Wiener Haus der Musik tut.

Denn die weltberühmten Musiker treten hier auf einer Videoleinwand in großer Besetzung an - virtuell. Der Nachwuchsdirigent schwingt einen elektronischen Taktstock, der das Orchester spielen lässt.

Je heftiger und schneller man das Stöckchen schwingt, desto lauter und schneller spielen die Musiker.

Dieses weltweit erste System, das eine reale Ton- und Videoaufnahme wiedergibt und bei der der Bild- und Klangeindruck bei jeder Geschwindigkeit gewährleistet bleibt, hat der RWTH-Professor Jan Oliver Borchers vom Lehrstuhl für Informatik X mit seinem Team entwickelt.

Hinter der netten Idee steht der ernsthafte Ansatz des Dialogs zwischen Mensch und Maschine, mit dem sich Borchers, Leiter des Lehrstuhls Medieninformatik, der erst seit Oktober 2003 besteht, seit seinem Studium befasst.

Taktgefühl sollte man mitbringen: Fuchtelt man zu wild herum, steht der Erste Geiger auf und beschwert sich in breitestem Wienerisch über die dilettantische Leistung.