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Aachen: „Süße Seeluft”: FH-Studenten fertigen besondere Abschlussarbeit

Aachen : „Süße Seeluft”: FH-Studenten fertigen besondere Abschlussarbeit

Auf den ersten Blick dominieren Hektik und Chaos das Bild in der 70 Quadratmeter großen Wohnung. Kameras werden in Position gebracht, das Licht wird noch schnell scharf gestellt, und während im Wohnzimmer die Crew überflüssige Requisiten wegräumt, wird im Nebenzimmer schon alles für die nächste Szene vorbereitet. Jeder wuselt irgendwo mit irgendetwas herum.

Und es scheint tatsächlich, als ob jeder genau weiß, was er da eigentlich tut. „Das ist auch so”, erzählt Stefan Siebert lachend. Der Student für Kommunikationsdesgin an der FH Aachen dreht momentan gemeinsam mit Thomas Hessmann von der FH Düsseldorf den Kurzfilm „Süße Seeluft” in Aachen. Es handelt sich um ihr Uni-Abschlussprojekt, für das sie die alte Wohnung in die Stube von Fritz Paulsen verwandeln.

Die Geschichte: Der alte Seebär, der seit nun mehr 15 Jahren im Ruhrpott gestrandet ist, hat einen Wunsch. Nach dem Tod seiner Frau hatte er nicht mehr die Kraft, alleine an der See zu leben und mittlerweile ist auch er von Altersleiden geprägt. Also braucht Fritz Hilfe. Die erhofft er sich von dem aufmüpfigen Lars, der seine Sozialstunden bei einem Sozialdienst ableisten muss. Doch der denkt gar nicht daran, dem brummeligen einstigen Seemann zu helfen. Wird Fritz letzte Reise doch scheitern, oder machen sich die beiden Sturköpfe gemeinsam auf den Weg?

Das verrät Siebert natürlich nicht, dann wäre ja die ganze Spannung weg. In ein bis zwei Wochen sollen die Dreharbeiten abgeschlossen sein, bevor es dann in die Nachbearbeitungsphase geht, die sogenannte Postproduktion, die ungefähr drei Monate dauert. In Aachen ist die Crew, die aus 15 Leuten besteht, fast fertig. Und dann, sollen die Abenteuer des gestrandeten Seebär Fritz weiter publik gemacht werden? „Es ist in allererster Linie unser Abschlussprojekt für die Uni, aber wir wünschen uns schon, dass der Film auf Festivals gezeigt wird und vielleicht auch im Fernsehen”, betont Siebert.

Viel Zeit zum Reden hat er nicht, die Schauspieler und die Crew warten nämlich schon auf den nächsten Einsatz. Geld bekommt keiner von ihnen, auch die Schauspieler nicht. Den ganzen Trubel für einen 20-minütigen Film nehmen sie dennoch gerne in Kauf. „Weitermachen, nächste Szene”, tönt es aus der Küche. Eine kleine Pause muss reichen, um sich anschließend wieder voller Kraft der „süßen Seeluft” zu widmen.