1. Hochschule

Berlin/Gütersloh: Studie: Beim Studieren ohne Abi hält NRW einen Spitzenplatz

Berlin/Gütersloh : Studie: Beim Studieren ohne Abi hält NRW einen Spitzenplatz

Mehr als 19.000 Menschen ohne Abitur studieren in Nordrhein-Westfalen. Damit hält das Bundesland beim Anteil ausschließlich beruflich qualifizierter Studierender einen Spitzenplatz neben Hamburg und Berlin, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am Mittwoch berichtete.

Es untersucht seit Jahren, wie sich der noch immer geringe Anteil der Studenten ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife entwickelt. Bundesweit liegt dieser bei 1,8 Prozent (51.000 Studierende), in Nordrhein-Westfalen immerhin bei 2,6 Prozent.

Positiv bewerten die Experten vor allem die stetig steigende Absolventenquote dieser Gruppe, sie lag 2015 in NRW bei 1,7 Prozent (2014: 1,3 Prozent). Der Anteil der Studienanfänger ohne Abi sei mit 4,3 Prozent zwar leicht rückläufig aber im Bundesvergleich noch immer überdurchschnittlich: 5333 Studenten ohne Abi schrieben sich 2015 über Zulassungs- und Begabtenprüfungen, per Probestudium oder ähnliches ein. Bundesweit lag der Anteil der Erstsemester ohne schulische Zugangsberechtigung zur Hochschule bei 2,5 Prozent.

NRWs Spitzenplatz ist laut CHE-Expertin Sigrun Nickel in besonderem Maße der Fern-Universität Hagen zuzuschreiben, an der 2015 allein mehr als 2000 Studenten ohne Abi lernten. Auch an der Privathochschule FOM mit Sitz in Essen und der Fachhochschule Südwestfalen studieren besonders viele beruflich Qualifizierte.

Gleichzeitig mache sich in Nordrhein-Westfalen bemerkbar, dass die Landesregierung den Hochschul-Zugang für Menschen ohne Abitur bereits vor einigen Jahren vereinfacht habe.

(dpa)