Berlin: Studenten beklagen Arbeitsbedingungen im Bachelor-Studium

Berlin: Studenten beklagen Arbeitsbedingungen im Bachelor-Studium

Nach den Bildungsprotesten des vergangenen Jahres belegt nun auch eine Umfrage die Unzufriedenheit unter deutschen Studenten. Viele junge Leute beklagen die Arbeitsbedingungen an ihren Hochschulen.

Das ergab eine Studie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Bemängelt werden unter anderem eine zu große Stofffülle, organisatorische Probleme und zu wenig Betreuung durch Dozenten im System der Bachelor-Studiengänge.

Mit dem sogenannten Bologna-Prozess wurden die Studiengänge in Deutschland und Europa auf Bachelor und Master umgestellt, um ein einheitliches System zu schaffen. Heftige Kritik gab es jedoch an der Umsetzung. Im vergangenen Jahr waren Zehntausende Studenten auf die Straße gegangen, um Nachbesserungen durchzusetzen.

Wissenschaftler der Universität Konstanz befragten über 17.000 Studenten zwischen 2006 und 2008 zu ihren Erfahrungen mit der Reform. Drei Viertel der Bachelor-Studenten hält die neue Studienstruktur demnach zwar für sinnvoll, geklagt wird aber über die Umsetzung.

Konkret halten 56 Prozent der Hochschüler den Umfang des Lernstoffs im Bachelor-Studium für übertrieben. Die Mehrheit berichtet von Ausfällen wichtiger Lehrveranstaltungen. 30 Prozent der jungen Leute müssen sich regelmäßig mit Überschneidungen von Kursen abfinden und deshalb auf wichtige Seminare verzichten.

Die Studenten wünschen sich ferner mehr Rückmeldungen über ihre Leistungen von den Professoren. 68 Prozent haben selten oder nie Kontakt zu ihren Dozenten.

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