Aachen: Streit um Campus-Allee ist zu Ende

Aachen: Streit um Campus-Allee ist zu Ende

Sind die Kommunalpolitiker Rabenväter in Sachen Rabental auf Melaten? Die Grünen-Fraktion behauptete das und wollte eine schonendere Trassenführung für die dort geplante Campus-Allee durchsetzen. Zu groß sei die Landschaftszerstörung, meinten sie im Umwelt- wie im Planungsausschuss.

SPD und CDU lehnten es in ungewohnter Gemeinsamkeit ab, den bösen Buben zu geben. Ihr entschlossenes Nein zu der Grünen-Offensive war in beiden Ausschüssen klar und deutlich. Und so beschlossen sie mit großer Mehrheit, mit der FDP und ohne die Stimmen der Grünen, die letztlich von der Verwaltung favorisierte „Variante 2” für den geplanten Wissenschaftsboulevard im Planungsgebiet RWTH-Campus Melaten.

Was heißt: Die Anbindung an die Forckenbeckstraße verläuft im Süden des Amica-Forschungsinstituts, die Trassenführung geht sodann in einem geschwungenen Bogen durch das Wäldchen oberhalb des Rabentals. Die dort für die Neugeborenen gepflanzten „Lebensbäume”, so beruhigte Dezernentin Gisela Nacken direkt, werden beim Bau umgesetzt: „Das ist kein Problem”, so Nacken.

SPD-Sprecher Norbert Plum zum Thema: „Wir greifen hier nicht mehr in die Landschaft ein als in der angeblich besseren Variante 3.” Marcel Philipp (CDU) ergänzte trocken: „Es sprechen zweifellos mehr Gründe gegen die Variante 3.” Die Grünen-Offensive im Vorfeld des gestrigen Entscheids, vorangetrieben von der Umweltpolitikerin Monika Kuck, versandete trotz eines vehementen Plädoyers des Grünen-Stadtplaners Michael Rau völlig.

Das Engagement für den Landschaftsschutz kam zu spät und berücksichtigte zudem direkte Nachbarschaftsinteressen nicht. Bei der Ortsbegehung draußen im Grün meldete sich Nachbar Prof. Heinrich Kurz, der für sein Amica-Institut (Nano-Technologie) böse Beeinträchtigungen befürchtet: „Ich bin eigentlich für ein Moratorium”, meinte der Professor am Donnerstag und betrachtete mit Skepsis alle Aktivitäten. Denn jede Erschütterung auf der neuen Straße könne seine Versuche verfälschen: „Die Variante 3 geht gar nicht”, machte er klar. Doch die kommt jetzt auch gar nicht.

Einigkeit beim Hochhaus

Friede herrschte beim einst brisanten Thema „Hochhaus”, das nach Willen des Bauherren, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB), als Blickfang und Identität stiftendes Wahrzeichen den gesamten RWTH-Campus überragen soll. Einstimmig befand man in beiden Ausschüssen den Standort „1a” - SeffenterWeg/Septfontainesweg” - als den besten, nahe dem jetzigen Heizwerk mit ähnlich hohem Schornstein.

Das Hochhaus soll mindestens 50 Meter und nicht höher als 70 Meter werden, so wollen es die Planer. Außerdem fordern sie einen „städtebaulichen Vertrag” mit dem BLB, um dort „innovative Architektur” sicherzustellen.