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Aachen: Streik kostet sechs bis acht Millionen Euro

Aachen : Streik kostet sechs bis acht Millionen Euro

Zahlreiche große Herausforderungen müssen im Uniklinikum in der nächsten Zeit bewältigt werden: Zuerst sind die materiellen und ideellen Folgen des Streiks zu kompensieren.

Alleine die finanziellen Einbußen sind enorm. Sie bewegen sich in einer Größenordnung von rund sechs bis acht Millionen Euro für die 21 Wochen Streik, auch gilt es, die in der Streikzeit verloren gegangenen Patienten zurückzugewinnen.

Entgegen starker Befürchtungen unter zahlreichen Ärzten im Klinikum soll es allerdings im ärztlichen Bereich nicht zu großen Veränderungen kommen. „Allerdings werden im pflegerischen und besonders im technischen Bereich Stellen reduziert.” Durch den Umbau und den Streik sei man zu Sparmaßnahmen gezwungen.

So schlagen zum Beispiel die Auswirkungen der neuen Tarifverträge und andere Belastungen durch geänderte und neue Gesetze der Gesundheitsreform mit mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr zu Buche. Ein einfaches Beispiel macht die schwierige Lage für „hochgerüstete Kliniken” deutlich.

Für eine Operation werden in Zukunft alle Krankenhäuser das gleiche Entgelt erhalten, egal welchen Standard und welche Infrastruktur sie bieten. „Damit erhält zum Beispiel eine Universitätsklinik große Schwierigkeiten, sein vielfältiges Leistungsangebot zu finanzieren”, sagt Professor Dr. Henning Saß, der ärztliche Direktor des Klinikums.

Zudem müssten alle deutschen Krankenhäuser, also auch das Klinikum, die Bettenzahl um rund 20 Prozent reduzieren. Der Grund: Die Verweildauer der Patienten in einem Krankenhaus hat in den vergangenen Jahren immer mehr abgenommen, ebenso werden dank moderner Operationstechniken immer mehr Eingriffe ambulant, statt stationär gemacht.

Hier allerdings wird für das Uniklinikum die Hürde tief gelegt: Da das Großkrankenhaus in den nächsten sechs Jahren in drei Etappen zu jeweils zwei Jahren mit einem Aufwand von rund 100 Millionen Euro völlig umgebaut wird, müssen sowieso wegen der Umbauarbeiten jeweils 240 Betten reduziert werden.