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Aachen: Sorgen um Statik der Archtitektur völlig unbegründet?

Aachen : Sorgen um Statik der Archtitektur völlig unbegründet?

Rund 200 Architekturstudenten nutzten am Freitagabend den feierlichen Jahresrückblick des Rektorats, um die Besorgnis über Kürzungen an ihrer Fakultät kundzutun.

Alles halb so wild - wiegelten Rektor Burkhard Rauhut und NRW-Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft beim kritischen Empfang im Foyer des Hauptgebäudes ab. Alles nur ein Missverständnis?

Zur Lage: Beim Architektennachwuchs herrscht seit einigen Tagen helle Aufregung. Vier Professuren würden alsbald eingespart, die Qualität der angesehenen Fakultät stehe auf dem Spiel, heißt es.

Gemach - widersprach der Rektor den Studenten. Und erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung: Des Landes „Hochschulkonzept 2010” sehe vor, die Studentenzahl im Fach Architektur um 15 Prozent zu senken, was mit einem dementsprechenden Abbau von Professuren einhergehe.

Der Name „Konzept 2010” aber verrate es bereits, dies sei ein langfristiger Prozess. Zudem schlage die RWTH lediglich einen Abbau von 5,7 Prozent der Studienplätze vor.

Kann die Uni das denn selbst entscheiden? Sie kann wohl. Ministerin Kraft jedenfalls wies studentische Kritik an „verfehlter Politik” zurück. Erstens würden „in Deutschland zu viele Architekten ausgebildet”. Und zweitens mache das Ministerium keine Vorschriften, sondern Vorschläge. Die Hochschulen sollten dann „autonom Profile herausbilden”, Ressourcen „umschichten”.

Der Sorge, dass dies an der RWTH auf Kosten der Architektur geschehen soll, widersprach Rauhut. Er baue auf die „angesehene Fakultät”. Was geschieht also derzeit? Die Uni solle dem Ministerium bis Mitte Februar Vorschläge unterbreiten, danach solle gemeinsam eine Zielvereinbarung für das „Konzept 2010” getroffen werden. Tatsächlich sei derzeit der Abbau von vier Professuren im Gespräch, bestätigt Rauhut.

Aber: Das „dynamische Konzept” könne bis 2010 variieren. Die Professuren würden nicht alsbald wegfallen. Und die vier Stellen seien nicht einzig auf die Architektur gerechnet, sondern auch auf das Fach Kunstgeschichte. Dies werde nämlich derzeit „wie an anderen THs üblich” der Architektur angegliedert und seine Eigenständigkeit verlieren, so Rauhut.

Den Studenten versprach er, weitere „Missverständnisse” bei Gesprächen in den nächsten Tagen zu klären. Das vorläufige Ende des Protests - schiedlich, friedlich, kurz vorm Feier-Abend.