Aachen: Serie „Für euch erklärt“: Versichern, aber wie?

Aachen: Serie „Für euch erklärt“: Versichern, aber wie?

Bereitet euch die Steuererklärung Probleme? Seid ihr gerade auf der Suche nach einer neuen Wohnung? In unserer neuen Serie „Für euch erklärt“ geben wir Tipps, wie man all diese Aufgaben am besten meistern kann. Im ersten Teil haben wir das Thema Versicherungen unter die Lupe genommen.

Welche Versicherungen solltet ihr haben, wenn ihr ins Berufsleben startet? Welche sind eher nicht nötig? Und ab wann müsst ihr euch überhaupt selbst darum kümmern? Wir haben bei der Verbraucherzentrale NRW nachgefragt und die wichtigsten Infos für euch zusammengetragen.

Eins sei vorweggenommen: Eine pauschale Empfehlung abzugeben, ist im Prinzip nicht möglich — schließlich kommt es immer auf die eigene Lebenssituation an, welche Versicherung man haben sollte. Trotzdem gibt es Dinge rund um das Thema, die ihr wissen solltet. Zum Beispiel sind die Versicherungen der Eltern nicht unbedingt die, die man selbst genauso abschließen sollte. Ein grundsätzlicher Tipp ist, vor Abschluss einer Versicherung eine verkaufsunabhängige Beratung wahrzunehmen.

Ab wann muss man sich selbst versichern?

Solange man sich im Studium befindet, ist man in der Regel über seine Eltern in der gesetzlichen Familienversicherung oder privat krankenversichert. Mit dem 25. Geburtstag oder dem Start ins Berufsleben ändert sich das, und man muss sich selbst krankenversichern. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Hat man zum Beispiel einen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet, hat man etwas länger Zeit, bis man sich als Student selbst versichern muss — der Zeitraum der entsprechenden Tätigkeit wird einem sozusagen gutgeschrieben.

Die Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist die einzige Versicherung, zu der man gesetzlich verpflichtet ist. Alle anderen Versicherungen sind freiwillig — außer, man ist Halter eines Fahrzeugs oder man hat zum Beispiel ein bestimmtes Gewerbe angemeldet. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung sollte man beachten, dass diese meist nicht weltweit gilt und die Kosten für den Rücktransport nicht ersetzt. Will man ins Ausland verreisen, sollte man eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Plant man einen längeren Auslandsaufenthalt, wie ein Auslandssemester, sollte man sich beraten lassen und eine spezielle Auslandsversicherung abschließen.

Die Privathaftpflicht

Viele Menschen gehen davon aus, eine Unfall- oder eine Hausratversicherung seien wichtig — was natürlich auch stimmen kann. Fakt ist aber: Die Privathaftpflicht gehört zu den elementaren Versicherungen, die man haben sollte. Verursacht man einen Schaden in der eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft, zum Beispiel am Holzboden, der dem Vermieter gehört, greift die Hausratversicherung nicht.

Die Privathaftpflicht hingegen hilft. Bei dieser Versicherung sollte man darauf achten, dass sie eine Forderungsausfalldeckung enthält. Die Forderungsausfalldeckung sichert ab, dass die eigene Versicherung einen Schaden, der einem zugefügt wurde, bezahlt, wenn ihn jemand anders verursacht hat, der selbst nicht versichert ist. Bevor man eine eigene Versicherung abschließt, sollte man immer mit seinen Eltern abklären, ob man über sie mitversichert ist oder ob ein eigener Vertrag nötig ist.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Neben der Haftpflichtversicherung zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Versicherungen. Berufsunfähig ist man dann, wenn man seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann, zum Beispiel wegen einer Krankheit oder einem Unfall. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung geht es darum, das monatliche Einkommen seines Berufes abzusichern.

Ganz wichtig ist dabei, zu beachten: Das Alter und der eigene Gesundheitszustand haben einen großen Einfluss darauf, wie teuer die Versicherung für einen wird. Je früher man sich versichert, desto günstiger ist der Beitrag. Deshalb bietet es sich an, eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch während des Studiums abzuschließen.