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Aachen: Seine Entdeckungen sorgten weltweit für Furore

Aachen : Seine Entdeckungen sorgten weltweit für Furore

Er war ein vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler: Helmut Zahn, Professor der RWTH Aachen, starb, wie am Dienstag bekannt wurde, am vergangenen Sonntag im Alter von 88 Jahren.

Bekannt wurde er durch die erste chemische Synthese des Insulins, mit der er und seine Mitarbeiter Ende des Jahres 1963 weltweite Aufmerksamkeit erregten.

Damals wurden Diabetespatienten noch mit tierischen Insulin behandelt, was oft zu schwerwiegenden Störungen des Immunsystems führte.

Mit seinen Arbeiten legte Zahn, der später zum vielfachen Ehrendoktor wurde, den Grundstein für die Synthese zahlreicher neuer Insulinmodifikationen für gezielte therapeutische Anwendungen.

Zahns Name ist auch untrennbar mit der Wollforschung verbunden. Aufbauend auf seinen Kenntnissen der Chemie des kleinen Insulinmoleküls entwickelte er ein völlig neues Verständnis der Struktur und Eigenschaften der sehr viel komplexeren Proteinfasern wie Seide, Wolle, Haare und auch der Kollagene.

Schon früh hat die Industrie die große praktische Bedeutung dieser Arbeiten erkannt und die Gründung des Wollforschungsinstituts an der RWTH Aachen auch mit großem finanziellem Einsatz durchgesetzt.

Als Lehrer und Forscher hat Zahn 248 Doktoranden auf eine Karriere in Industrie und Wissenschaft vorbereitet.

Helmut Zahn wurde 1916 in Erlangen geboren. 1948 habilitierte er sich an der Universität Heidelberg. 1952 wurde er zum ersten Direktor des Wollforschungsinstituts in Aachen ernannt und 1957 auf den neu errichteten Lehrstuhl für Textilchemie der TH berufen.

Nach seiner Emeritierung im Jahre 1981 führte Zahn die Aufgaben des Lehrstuhls und des Instituts bis Ende 1985 weiter. Sein umfangreiches Wirken schlug sich in mehr als 700 Publikationen nieder.