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Aachen: Schüler und Studenten gründen Bündnis gegen Krieg

Aachen : Schüler und Studenten gründen Bündnis gegen Krieg

50 junge Aachener - Schüler und Studenten - haben sich zu einem neuen Antikriegsbündnis zusammengeschlossen. „Jugend gegen Krieg” heißt die Gruppe, die ein Forum für Aktionen und Diskussionen angesichts der Kriegsgefahr im Irak bieten will.

Damit folgen sie dem Beispiel ihrer Altersgenossen in Berlin, Hamburg, Köln und Kassel.

„U.S. bombs the world” ist auf dem T-Shirt eines jungen Mannes zu lesen. Eine unvermeidbare Tatsache? „Wir wissen, dass es Krieg geben wird. Wir wollen ihn aber so schnell wie möglich stoppen”, formuliert Simon Walter, einer der Initiatoren von „Jugend gegen Krieg”, das Ziel. „Wir wollen keinen Krieg. Schon gar keinen, der für Öl und Profite geführt wird.”

Dem stimmten alle Anwesenden der Versammlung im Ché-Haus zu. Doch wie man möglichst viele Schüler und Studenten für Aktionen mobilisieren kann, war vielen zunächst nicht klar: „Meine Mitschüler sind zwar daran interessiert, glauben aber, dass sie nichts machen können”, berichtete eine Schülerin der Viktoriaschule.

In den unteren Klassen der Waldorfschule und der Gesamtschule Brand herrsche dagegen sogar Desinteresse vor, so die Erfahrung von Vertretern dieser Schulen.

„Die Erfahrungen des Golfkriegs von 1991 zeigen, dass fast alle Schüler am Tag des Kriegsausbruchs etwas tun wollen. Oft fehlt nur der letzte Kick”, meinte Mitinitiator Johannes Sträterhoff.

„Wir müssen uns allerdings darüber im Klaren sein, dass es viel Arbeit bedeutet, einen Schüler- und Studentenstreik oder andere Aktionen zu organisieren.” Sträterhoff geht davon aus, dass Lehrer die Aktionen nicht uneingeschränkt unterstützen. „Aber wir können uns unserer Solidarität gewiss sein”, munterte er seine Mitstreiter auf.

Die gute Stimmung des Abends nutzend zogen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch in einer Spontandemo auf die Straße. „Das fand durchaus die Zustimmung der wenigen Passanten, die noch auf der Straße waren”, berichtete Sträterhoff.

Konkret planen die Friedensbewegten folgende Aktionen: Mit Infoständen oder Diskussionszirkeln soll der Wissensstand an den Schulen und Hochschulen über die Kriegsgefahr in der Golfregion und ihre Hintergründe verbessert werden. Gleichzeitig sucht „Jugend gegen Krieg” den Kontakt zu den Schülervertretern aller Aachener Schulen.

Davon verspricht sich das Bündnis eine größt mögliche Mobilisierung der jungen Leute für einen möglichen Schüler- und Studentenstreik an besagtem Tag X. „Wir sollten aber nicht nur âHinterher-ProtesteÔ machen”, regte eine Schülerin des Anne-Frank-Gymnasiums an. Neben dieser großen Demonstration kam daher die Idee eines kreativen Aktionstags auf.

Außerdem will sich „Jugend gegen Krieg” auch an von anderen Gruppen organisierten Aktionen beteiligen. Die bereits bestehenden, in der Regel von Erwachsenen dominierten Aachener Friedensgruppen sollen in ihren Aktionen ebenfalls unterstützt werden. „Auch wenn wir eine spezielle Gruppe für junge Menschen sind, wollen wir keine Spaltung der Generationen”, stellte Simon Walter klar.

Und in letzter Konsequenz spielt auch das Geld eine Rolle: „Wir müssen Spenden sammeln, damit wir zum Beispiel den Druck von Flugblättern und Plakaten finanzieren können”, forderte Simon Walter seine Mitstreiter auf.