Hochschule: RWTH erhielt über 1,2 Millionen Dollar vom US-Verteidigungsministerium

Hochschule : RWTH erhielt über 1,2 Millionen Dollar vom US-Verteidigungsministerium

Seit 2008 hat die RWTH Aachen 1.230.350 US-Dollar vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten erhalten, wie der „Spiegel” am Samstag veröffentlichte. Verstößt das gegen den Grundsatz der friedlichen Forschung? Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH, bemüht sich um eine andere Deutung trotz klarer Aussagen des Pentagons.

Zahlreiche weitere Hochschulen in Deutschland wurden seit 2008 vom US-Verteidigungsministerium gefördert, allen voran die LMU in München, die über 3,6 Millionen US-Dollar erhielt. In sogenannten „Grants” floss in 16 Fällen Geld an die RWTH. Auch das Forschungszentrum Jülich bekam 35.000 US-Dollar. Eigentlich sind Hochschulen in Nordrhein-Westfalen verpflichtet, keine Forschung zu betreiben, die militärisch genutzt werden kann.

„Die Hochschulen entwickeln ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt. Sie sind friedlichen Zielen verpflichtet und kommen ihrer besonderen Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung nach innen und außen nach” wurde 2014 im Hochschulgesetz festgehalten.

Die RWTH stehe „nicht zur Verfügung, wenn es darum geht, neue Waffentechnologien und Ähnliches zu entwickeln” erklärte die Hochschule gegenüber dem „Spiegel”. Rektor Ulrich Rüdiger verwies darauf, dass er sich bewusst sei, dass gewisse Forschungen auch militärisch genutzt werden können. „Wir vertrauen aber dem Verantwortungsbewusstsein unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und begleiten solche Forschungsprojekte mit unserem Dezernat Forschung und Karriere”, betonte Rüdiger. Rund 500.000 US-Dollar gab es für ein Projekt, dass sich mit Quantencomputern beschäftigte. Knapp 300.000 US-Dollar wurden für die Forschung für eine stabile Stromversorgung auf Schiffen überwiesen. Zwar verweist die RWTH darauf, dass es hier rein um zivile Projekte geht, allerdings betonte das Pentagon selber in Beschreibungen: Grundlagenforschung, „die mit der Verbesserung von Armeeprogrammen oder -operationen zusammenhängt oder ein Potenzial dazu hat”, sei das Ziel ihrer Investitionen.

(cheb)
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