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Düsseldorf: Rüttgers verleiht Orden an Nobelpreisträger Grünberg

Düsseldorf : Rüttgers verleiht Orden an Nobelpreisträger Grünberg

Einen besonders guten Ruf haben Verdienstorden nicht. „Den kriegt doch irgendwann jeder”, sagt der Volksmund gerne. Dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen täte man damit unrecht, er ist beschränkt auf 2500 Menschen. Bisher wurden 1292 Frauen und Männer ausgezeichnet.

Peter Grünberg, Nobelpreisträger für Physik, gehört nun dazu.

Das Land tat sich lange schwer, eine solche Auszeichnung zu vergeben. Franz Meyers, Ministerpräsident von 1958 bis 1966, wollte ihn schon einführen. Da hingen aber Nazitum und Krieg noch im Mantel der Geschichte. Es brauchte bis 1986, bis Johannes Rau fand, dass es endlich an der Zeit sei, die Menschen öffentlich zu ehren, die mehr als andere für das Allgemeinwohl tun. Man sollte hinzufügen: jedenfalls mehr als andere damit aufgefallen sind.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bezog sich am Mittwoch bei der „Ordensaushändigung” an insgesamt 15 Geehrte ausdrücklich auf diese beiden Vorbilder. Denn Vorbilder brauche das Land, brauche die Jugend. „Es gibt, Gottseidank, genug Menschen, die etwas für ihr Land tun. Ohne ihren Einsatz wäre unser Land ärmer.”

Ohne Peter Grünberg zum Beispiel. Aus der Begründung für den 69-Jährigen: „Wir sind froh darüber, dass zumindest ein Teil seines Glanzes auf die Wissenschafts- landschaft Nordrhein-Westfalens fällt.” Grünberg ist fraglos der Prominenteste in dieser Runde, der meiste Applaus fällt ihm zu. Längst in aller Welt gefeiert, scheint er sich eine Schutzhaut für solche Zeremonien zugelegt zu haben. In sich gekehrt, ein wenig gebeugt, strömt der von einer TV-Moderatorin im Galastil betonte Schwall der Lobesworte um ihn herum. Momente, in denen man unweigerlich an Johannes Rau denkt, der sicher in der Art das Wort ergriffen hätte: „Lieber Peter Grünberg, ich weiß noch wie ich mal bei Ihnen in Jülich war...”

Was Rüttgers an Persönlichem sagte, konnte man vor der Bühne nicht verstehen. Peter Grünberg lächelte aber dann doch als ihm der Ministerpräsident den Orden an die Brust heftete. An diesem Ort baumelt das Kreuz nun auch bei, unter anderem, Rudi Völler („Fußballbotschafter des Landes”) und Markus Schächter. Zum Intendanten des ZDF fiel den Laudatoren allerdings keine Begründung ein, die irgendetwas mit NRW zu tun hätte.