Berlin/Aachen: Rückkehr zum „Dipl.-Ing.”

Berlin/Aachen: Rückkehr zum „Dipl.-Ing.”

Zehn Jahre nach Einführung der Bachelor-Studiengänge kehren die neun führenden Technischen Hochschulen (TU9), darunter auch die RWTH Aachen, in den Ingenieurfächern zum Diplom-Abschluss zurück.

„Es besteht Einigkeit darüber, dass jeder, der ein entsprechendes fünfjähriges Studium absolviert hat, den Titel Diplomingenieur führen darf”, sagte der designierte Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen. RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg hatte sich als Präsident der „TU9” bereits Anfang Januar für den Erhalt des Diplom-Ingenieurs stark gemacht.

Der akademische Grad genieße im Ausland einen hervorragenden Ruf, auf den man nicht verzichten dürfe, erklärte Müller-Steinhagen. Die neun TUs wollten auch in anderen Fächern die Rückkehr zum Diplom prüfen. Entscheidend sei, ob der traditionelle Abschluss den Absolventen Vorteile verschaffe. Als künftiges Modell regte der designierte Rektor an, fünfjährige Diplom-Studiengänge parallel zum Bachelor-Master-Studium anzubieten.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan sagte dazu der Nachrichtenagentur dpa: „Der Diplom-Ingenieur hat in der Welt einen sehr guten Ruf. Es ist deshalb ein Zeichen von Selbstbewusstsein, neben dem internationalen Master-Abschluss auch diesen Titel zu vergeben.”

Ein Diplom-Studium ist von vornherein auf fünf Jahre angelegt. Ein zweijähriges Master-Studium baut auf das dreijährige Bachelor-Studium auf und kann erst nach erfolgreicher Bachelor-Prüfung begonnen werden. Der TU Dresden zufolge ist das Diplom-Studium deshalb flexibler.

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