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Berlin: Rektoren für Studienreform: „Trillerpfeifen weglegen”

Berlin : Rektoren für Studienreform: „Trillerpfeifen weglegen”

Die Hochschulrektoren haben den protestierenden Studenten deutliche Verbesserungen bei den umstrittenen Bachelor- Studiengängen zugesagt. In vielen Bundesländern hätten Universitäten und Fachhochschulen mit den Kultusministerien Vereinbarungen über „zielführende Maßnahmen”, getroffen, sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, am Dienstag in Bonn.

„Die Studierenden sollten die Trillerpfeifen weglegen und sich jetzt konstruktiv an der Entwicklung beteiligen”, appellierte die HRK-Präsident mit Blick auf die für Donnerstag in Bonn angekündigte erneute bundesweite Studentendemonstration.

Am selben Tag tagt in Bonn auch die Kultusministerkonferenz (KMK). Dort sollen Änderungen an den „Eckpunkten” für die vor zehn Jahren eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge beschlossen werden. Wintermantel versicherte, Hochschulen und Kultusminister nähmen „die Forderung der Studierenden ernst und stellen Prüfungslasten, Menge des Lernstoffes und Mobilitätshindernisse auf den Prüfstand”. Man werde noch im Laufe dieses Wintersemesters „ein gutes Stück vorankommen”.

SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier unterstützten in Berlin vor über 400 Zuhörern in dem voll besetzten Hörsaal der Freien Universität die Forderungen der Studenten nach raschen Reformen. Gabriel plädierte für eine BAföG- Erhöhung sowie eine größere Zahl von Anspruchsberechtigten anstelle von mehr Stipendien, wie dies die Bundesregierung plant. Steinmeier räumte Fehlentwicklungen bei der Neuordnung der Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses ein. „Vieles war gut gemeint, vieles ist schlecht gelaufen.”

Nach einer Übersicht der HRK hat bislang als einziges Bundesland Rheinland-Pfalz mehr Tutorenprogramme eingerichtet und Beratung sowie Prüfungs- und Auslandsämter gestärkt und dafür auch mehr Mittel zugesagt. Sie hoffe, dass noch mehr Länder diesem Beispiel folgten, sagte Wintermantel. In Niedersachsen sei eine Arbeitsgruppe mit Rektoren, Ministerium und Studierenden eingesetzt worden. In Nordrhein-Westfalen hätten sich Rektoren und Ministerium in einem Memorandum verständigt, die Probleme zu analysieren und Veränderungen einzuleiten.

In Bayern hätten sich Hochschulen und Ministerium auf Nachbesserungen verständigt. Baden-Württemberg plane für Anfang März einen internationalen Bologna-Kongress. In Berlin hätten Rektoren und Senatsverwaltung die Evaluierung der Umstellung vereinbart. In Hamburg erarbeite eine hochschulübergreifende Arbeitsgruppe einen Maßnahmenkatalog. Anfang Februar solle ein bundesweites Symposium über „gute Lehre” in den neuen Studiengängen stattfinden stattfinden, berichtete die HRK-Präsidentin.