Berlin: Rat: Alle Hochschulen müssen bei Zulassungssystem mitmachen

Berlin: Rat: Alle Hochschulen müssen bei Zulassungssystem mitmachen

Der Wissenschaftsrat fordert die „flächendeckende Beteiligung” aller Hochschulen an dem neuen Studienzulassungssystem via Internet.

Die „Solidarität aller Hochschulen” sei ein entscheidender Faktor für den Erfolg des bundesweiten Systems, mit dem künftig Studienbewerbung und Einschreibung in den Numerus-clausus-Studiengängen organisiert werden soll, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung des Wissenschaftsrats. Deshalb sollten die Länder nachdrücklich auf die Teilnahme sämtlicher - auch kleinerer Hochschulen - an dem neuen Serviceverfahren drängen.

Der ursprünglich für diesen Herbst geplante Start des neuen Zulassungssystems musste wegen technischer Probleme um ein Jahr verschoben worden. Doch nach wie vor unklar ist auch, wie viel Hochschulen sich überhaupt an dem neuen bundesweiten Bewerbungssystem beteiligen werden. Im vergangenem Wintersemester konnten wegen fehlender Abstimmung nach Zerschlagung der alten Dortmunder Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) erneut 19 000 Studienplätze in begehrten Mangelfächern nicht besetzt werden. Dies sind fünf Prozent aller Studienplätze mit Numerus clausus.

„Studienplätze sind wertvoll”, sagte der Wissenschaftsrat-Vorsitzende Wolfgang Marquardt. „Wir können es uns nicht leisten, talentierte junge Menschen vor den Toren der Hochschulen zu lassen, auch wenn die Zulassung kompliziert ist.”

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will die Kapazitäten der großen überwiegend vom Bund finanzierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen verstärkt auch für die Lehre und für die Ausbildung der geburtenstarken Abitur-Jahrgänge nutzen - um die Hochschulen zu entlasten. Mit einer entsprechenden Bitte sei Schavan an die Allianz der Wissenschaftsorganisationen herangetreten, heißt es in einer Erklärung vom Montag.

„Wir bekennen uns zu einem verstärkten Engagement in der Lehre für die Zeit der doppelten Abiturjahrgänge”, versicherte der Sprecher der Allianz und Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Karl Ulrich Mayer. Gleichzeitig müssten die Länder allerdings auch ihre Bemühungen um eine hinreichende Finanzierung der Hochschulen fortsetzen. Institutionen, wie Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft, hätten traditionell an vielen Standorten intensive Bindungen zu den Universitäten und leisteten bereits jetzt schon einen erheblichen Beitrag zur Ausbildung der Studierenden.

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