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Aachen: Protest verhallt mangels Studis

Aachen : Protest verhallt mangels Studis

Christoph zuckte mit den Achseln. Was blieb ihm auch anderes übrig? „Vielen wird es wohl erst bewusst, wenn es richtig weh tut”, sagte er.

Aachens Studenten wollten oder besser sollten lautstark gegen Studiengebühren protestieren. Der Allgemeine Studierendenausschuss der RWTH Aachen, AStA, hatte zur ebenso spontanen wie großen Protestaktion aufgerufen.

Es blieb bei einem heiseren Krächzer, denn kaum mehr als 30 Studierende wollten sich der Aktion anschließen. „Wir brauchen mehr Öffentlichkeit und mehr Leute”, klang da ein Hauch Verzweiflung mit der Forderung der AStA-Vorsitzenden Shirley Beul.

Dabei hatten sie schon in den frühen Morgenstunden die Informationsmaschinerie angeworfen: „Kommt alle um 15 Uhr ins Kármán!” Punkt 15 Uhr folgte die Ernüchterung.

Wie ein Damoklesschwert schweben die Studiengebühren über den Studenten. Nach Ansicht der AStA schauen nur zu wenige nach oben.

Die Bundesländer klagen derzeit vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Studiengebührenverbot, ebenso gegen die verpflichtende Einrichtung von Fachschaften und ASten. Damit würden zahlreiche Beratungsangebote wegbrechen.

„Die Lage ist ernst”, schätzt die Regina Weber, zweiter Part der AStA-Doppelspitze, ein. „Wir müssen die Leute wecken, denn das Argument ,Langzeitgebühren treffen mich nicht zählt nicht mehr. Gebühren sind schon ab dem ersten Semester möglich.”

In welchen Dimensionen dabei gerechnet werden muss, verdeutlichte ein Interview mit Rektor Burkhard Rauhut, der 10.000 Euro pro Jahr durchaus für möglich hielt. „Das ist nicht allen klar”, erklärten Beul und Weber am Tag einer bundesweiten Kampagne.

Immerhin sammelten sie 500 Unterschriften von Studierenden. Und statt zu protestieren zogen die 30 einsamen Streiter mit Listen in die City: Die Aachener sollten auch abseits der Hörsäle sensibilisiert werden.

Am Samstag, 20. November, soll der Protest lauter erklingen: Dann startet um 13 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof der landesweit organisierte Protestzug der LandesASten „Für demokratische Hochschulen ohne Studiengebühren”.

Die Suche nach einem Mittagstisch wurde für viele Studenten zum Detektivspiel. Verd.i hatte zum Streik aufgerufen, und die Studentenwerker hatten sich auf den Weg zu einer Protestaktion nach Düsseldorf gemacht.

So blieb die Küche unter anderem in der beliebten Mensa 6 an der Pontstraße kalt.